Ebeyon
Halloween, Brauchtum oder Unsitte?
Wie sieht es aus bei Euch Foris im ganzen Bundesland (+ Schweizer und Ösis), wird bei Euch Halloween gefeiert?
Verkleiden sich die Kinder?
Oder wollen sie nur Süßes abstauben?
Oder beschränkt es sich auf Kürbisse hinstellen?
Wurde bei Euch geklingelt und erschreckt?
Ward Ihr vorbereitet?
Sind die Menschen in Eurer Umgebung vorbereitet?
Oder herrscht eher Überraschung und Unverständnis?
Oder gar Ablehnung?
Verdrängt Halloween Martinssingen und Laternegehen?
Oder kann das nebeneinander existieren?
Haltet Ihr Halloween für amerikanischen Quatsch?
Oder kommerzielle Abzocke?
Oder getarnte Bettelei?
Was denkt Ihr?
Wie sind Eure Erfahrungen?
Drusus
| Zitat: |
Original von Ebeyon
Haltet Ihr Halloween für amerikanischen Quatsch?
Oder kommerzielle Abzocke?
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Japp. Von mir gibbet nix für den Quatsch, aber ich war auch gar nicht zu Hause und hab lieber DSA gespielt.
Ebeyon
| Zitat: |
Das Samhain-Fest symbolisiert den Beginn des dunklen Halbjahres. An diesem Tag – so glaubten die Kelten – sei die Grenze zwischen den Welten wie auch an Beltane offen. Aus diesem Grund nahm man an, dass die verstorbenen Ahnen in dieser Nacht auf der Erde wandeln, um ihre Verwandten zu besuchen. Um ihnen den Weg zu leiten, stellte man Lichter in den Fenstern auf. Andere Interpretationen (z.B. Ellis) sagen, dass sich die Geister der Verstorbenen an den Lebenden rächen wollen und Unheil bringen. Deswegen war es wichtig sich zu verkleiden, um einerseits von den Geistern nicht erkannt zu werden oder sie andererseits selbst zu erschrecken. Entsprechend dem Dinshenchas, einer mittelalterliche Sammlung von „the lore of prominent places“ (die Überlieferung von bekannten Plätzen), wurden erstgeborene Kinder vor einem großen Götzen geopfert, um Ergiebigkeit des Viehs und der Ernte sicherzustellen. Samhains-Vorabend war eine Nacht der Angst und der Gefahr. Beim Übergang vom alten Jahr zum neuen Jahr öffnete sich unsere Welt und das Jenseits füreinander. Tote kehrten zurück, die Geister und die Dämonen waren überall, und die Zukunft konnte vorher gesehen werden. Diese Interpretationen finden sich noch heute in den leuchtenden Rübengesichtern, in den Kürbisfratzen, Nahrungsmittelopfer (Trick or Treat) und Spuk-Verkleidungen des nordamerikanischen Halloweens, das von irischen Auswanderern verbreitet wurde und mittlerweile auch in Deutschland an Popularität gewinnt.
Im Zuge der Christianisierung wurde das Fest im November zu Allerheiligen am 1. November, gefolgt von Allerseelen am 2. November. Dementsprechend wurde der 31. Oktober zum Vorabend zu Allerheiligen („All Hallow's Eve“) und die ursprünglichen Überbleibsel des Festes zu Ehren der Toten wandelten sich möglicherweise in das weltliche Fest Halloween. |
Drusus
Und was willst Du mir mit diesen ollen Kamellen sagen? Ich wette keiner von den klingelnden Gören weis auch nur ein Fitzel davon.
Ebeyon
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| Und was willst Du mir mit diesen ollen Kamellen sagen? |
Daß es nicht automatisch Ami-Quatsch ist.
Sicherlich von denen "weiterentwickelt", aber ursprünglich aus Gebieten, die der Reformation entgingen (Irland).
| Zitat: |
| Ich wette keiner von den klingelnden Gören weis auch nur ein Fitzel davon. |
Da hast Du bestimmt recht.
Aber die Kenntnisse über Weihnachten sind auch nicht mehr bei allen Kindern vorhanden.
Nimm Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten und die Wahrscheinlichkeit nimmt deutlich ab, daß die Leute überhaupt wissen warum sie einen freien Tag haben.
Frag mal nach Nikolaus, Martinssingen, Fasching, 1.Mai und 3. Oktober: außer frei, feiern, Geschenke, saufen kommt da nicht viel.
Also die Argumentation, ein Fest abzulehnen weil die eigentliche Bedeutung dahinter verlorengeht kann ich nicht ganz nachvollziehen, denn dann müsste man viele Tage aus dem Kalender streichen.
Drusus
Im Gegensatz zum Reformationstag bzw. Allerheiligen hat es hier in Germanien nie ein Halloween gegeben. Der Mist kommt erst mit der amerikanisch-kapitalistischen Gleichschaltung über den großen Teich.
Drusus
Und um eine Mitspielerin von gestern zu zitieren: "Die sind nur zu faul Laternenlieder zu singen."
Ebeyon
| Zitat: |
| Der Mist kommt erst mit der amerikanisch-kapitalistischen Gleichschaltung über den großen Teich. |
Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Himmelfa... kamen erst mit der römisch-katholisch-christlichen Gleichschaltung über die Alpen.
(bzw wurden in vorhandene feste und Traditionen eingebaut)
Also auch irgendwie kein Argument, außer halt 2000 Jahre Vorsprung.
Ist denn der Ursprung so wichtig?
Ist denn die Herkunft so wichtig?
Ist denn das Wissen über Ursprung, Bedeutung und Herkunft so wichtig?
Wenn man diese drei Fragen konsequent mit Ja beantwortet, dann müsste man konsequenterweise alle anderen Feiertage abschaffen, da sie diese Anforderung auch nicht erfüllen.
Drusus
Genau, weg mit diesem christlichen Kram! Odin und Thor rulen! Sag ich ja schon immer!
Wirst Du eigentlich von der Nippes-Kürbis-Industrie gesponsert oder warum verteidigst Du den amerikanischen Kulturimperialismus so hartnäckig?
Ebeyon
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Allerseelen
Der Termin beider Feste, Allerheiligen und Allerseelen, geht möglicherweise auf Samhain (Sommers Ende), ein vor-christliches Fest am Ende des Herbstes zurück, das im keltischen Kulturkreis das Jahresende bedeutete.
(...)
Mit Ende der landwirtschaftlichen Tätigkeiten wandten die Menschen sich mehr häuslichen Fragen zu; Entscheidungen und auch Heiraten wurden oft durch Wahrsagungen entschieden.
Daneben trat das Element von der Rückkehr der Toten; am Jahresende durften die Verstorbenen ihre ehemalige Heimat wieder aufsuchen. Diesem Besuch sahen die Lebenden mit Ehrfurcht entgegen und stellten Essen für die nächtlichen Gäste bereit.
Wenn man der oben erwähnten Theorie folgt, wurde, um einen Übergang zur christlichen Religion zu erleichtern, im Jahre 837 das keltische Fest unter Papst Gregor IV. in einen christlichen Feiertag umgewandelt, wobei insbesondere der Bezug zu den Toten aufrechterhalten wurde. |
Drusus
| Zitat: |
Schlechte Scherze zu Halloween - Kostümierte bewerfen Häuser mit Eiern
Jugendliche in Halloweenkostümen haben am Abend im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis zahlreiche Häuser mit Eiern beworfen und damit viele Anwohner verärgert. Allein bei der Polizei in Bad Schwalbach seien etwa 50 Beschwerdeanrufe eingegangen, teilten die Beamten mit. Auch in Taunusstein und Idstein kam es zu Eierwürfen gegen Gebäude. Zudem wurden in den drei Gemeinden Autos mit Rasierschaum besprüht. Auch die Polizei Südhessen zählte rund 100 Beschwerde-Anrufe - wegen Lärm oder Sachbeschädigungen.
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Ebeyon
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| Wirst Du eigentlich von der Nippes-Kürbis-Industrie gesponsert oder warum verteidigst Du den amerikanischen Kulturimperialismus so hartnäckig? |
Also außer ein paar Euro für ne handvoll zusätzlicher Süßigkeiten (die Schränke sind bei uns ganzjährig voll), hat mich das Fest keinen Cent gekostet.
Mit "Konsum-Industrie" hast Du sicherlich recht. Aber das trifft auf alle anderen Feste auch zu.
Mit "Bedeutung nicht kennen" hast Du sicherlich recht. Aber das trifft auf die anderen Feste auch zu.
Mit "Amiland-Quatsch" hast Du nur bedingt recht, denn es kommt zwar in der jetztigen Form verstärkt von dort zu uns rüber, die Ursprünge liegen aber nunmal europäisch. Ein Mischmasch aus keltisch und christlich adaptiert.
Sagen wir mal so, Halloween ist nun sicherlich nicht DER supermegahyper-Feiertag, aber ich argumentiere deshalb so, weil bisher alle Gegenargumente auf die anderen Feiertage auch zu treffen und die will kaum einer abschaffen/ignorieren.
DAS ist eigentlich meine Gegenargumentation. Nicht Halloween verherrlichen, sondern nur die Verdammung entkräften.
Ebeyon
Es heißt zwar "(gib) Süßes oder (es gibt) Saures", aber eine Legitamtion zu Starftaten ist dies selbstverständlich nicht.
Das ist genauso falsch und bescheuert wie Autoreifen im Osterfeuer oder Komasaufen am Vatertag.
Schatzkanzler
Bei uns ziehen ein paar Kindergruppen durch die Straßen, die mehr oder weniger gut verkleidet sind. Überdurchschnittlich viele Ausländerkinder, aber auch die sind verkleidet.
Die bekommen dann eine Kleinigkeit und ziehen weiter. Gestern waren es zwischen 18 und 20 Uhr 7 Grüppchen, mit etwas mehr als 20 Kindern.
Das hat sich in den letzten Jahren allerdings nur wenig verstärkt. Vor fünf Jahren war allerdings noch ncihts los.
Sineijdan ar Asjawell
| Zitat: |
Original von Ebeyon
wird bei Euch Halloween gefeiert? |
Wir haben gestern eine große Halloweenparty geschmissen, aber natürlich wars nur ein hanebüchener Vorwand um viel Bier zu trinken.
In der Stadt waren viele kleine Kinder und haben gruselig geheult. Fand ich eigentlich lustig.
Ebeyon
Bei uns im Dorf waren zwei Gruppen unterwegs:
Eine mit 6 kleinen Kindern (die Hälfte davon meine) nebst drei Erwachsenen
Verkleidungen: Sohnemann=Spinne, Mittlere=Hexe, Jüngste=Geist, Frau=Frankensteinmaske, ich (bin eigentlich schon gruselig genug)=Scream-Maske
die anderen: hauptsächlich dunkel gekleidet und dunkel geschminkt
Zweite Gruppe: sechs Mädchen im Grundschulalter, kaum verkleidet
Reaktion der Beklingelten: Hälfte=Überraschung/Ahnungslosigkeit/Unverständnis/Improvisation
andere Hälfte=gut vorbereitet, Süßigkeiten standen bereit, teilweise Dekoration
keinerlei Streiche/Racheaktionen mitbekommen
Drusus
| Zitat: |
Original von Ebeyon
Reaktion der Beklingelten: Hälfte=Überraschung/Ahnungslosigkeit/Unverständnis/Improvisation
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Ja richtig, da dieses Marketingevent in diesem Kulturkreis eben nicht verwurzelt ist bereitet sich auch keiner vor.
Ebeyon
Was hat das denn jetzt wieder mit Kulturkreis und Verwurzelung zu tun?
Erstens kann man drüber streiten, ob das nun was neues aus Amiland ist oder was altes, was durch die Reformation verdrängt wurde und nun wiederzurückkommt.
Zweitens fängt alles irgendwann mal an, ohne immer Wurzeln zu haben.
Das Christkind ist eine Erfindung von Martin Luther, da er den bis dahin etablierten Nikolaus als heiligen Geschenkebringer nicht akzeptieren konnte. Außerdem legte er den Geschenketag von Anfang auf Ende Dezember. Wo ist da die Kultur, Tradition oder Verwurzelung?
Sineijdan ar Asjawell
Das Problem ist, dass Halloween explizit von Pro7 in Deutschland reingeprügelt wurde über die letzten zehn Jahre. Das ist schon ein bisschen unschön.
Der Maekkel
Um mal auf die Fragen zu antworten...
Wie sieht es aus bei Euch Foris im ganzen Bundesland (+ Schweizer und Ösis),
wird bei Euch Halloween gefeiert? - Man kann auf Partys gehen, wo die Leute sich verkleiden - meist sind es Bar oder Discos, es gibt aber auch private Partys
Verkleiden sich die Kinder? - geringfügig
Oder wollen sie nur Süßes abstauben? - noch nicht erlebt
Oder beschränkt es sich auf Kürbisse hinstellen? - habe tatsächlich einmal einen Kürbis auf nem Pen&Paper Con geschnitzt
Wurde bei Euch geklingelt und erschreckt?
Ward Ihr vorbereitet? - nö
Sind die Menschen in Eurer Umgebung vorbereitet? - manche verkleiden sich für die partys
Oder herrscht eher Überraschung und Unverständnis? - sowohl als auch
Oder gar Ablehnung? - manchmal
Verdrängt Halloween Martinssingen und Laternegehen? - denke nicht, aber es machten ja auch schon vorher immer weniger Kinder.
Oder kann das nebeneinander existieren? - yep
Haltet Ihr Halloween für amerikanischen Quatsch? - Nein, sondern für einen lebendigen Teil der amerikanischen Kultur
Oder kommerzielle Abzocke? - Leider immer öfter.
Oder getarnte Bettelei? - Ach Quatsch - Es ist ein Kinderspaß - Beim Martinssingen geht es doch auch meist nur um Bonbons
Was denkt Ihr? Meine ersten Erfahrungen mit Halloween, waren Privatpartys, wo es für mich als Kölner eine Erleichterung war mich zombiemäßig verkleidet mit anderen feiern zu können OHNE dabei von Karnevalsmusik belästigt zu werden. Ich bin generell für alles was mit "Verkehrter Welt" zu tun hat.
Wie sind Eure Erfahrungen? Durch aus positiv, da ich auch Verwandte in New York habe. Kann ich sagen das es vor allem ein Fest für die Kinder ist und wo es nicht um den Konsumrausch namens Weihnachten geht.
Zum Thema Geschenke und Weihnachten.
Obwohl die Niederländer größtenteils protestantisch sind, bekommen sie Geschenke nur zu "Sinta Claas". Es ist gut das die Leute nicht in jeder Hinsicht auf den Mann hörten...