Ebeyon
Unterschiedliche Bundesländer - unterschiedliche Feiertage.
Alt bekannt.
Und jedes Jahr wieder zieht es die "freien" Bundesländer überfallartig zu Besuch in die arbeitenden Bundesländer.
Bei mir ist es das Grenzgebiet Niedersachsen/Nordrhein-Westfalen.
Alt bekannt.
Nur,
warum ist das so?
Ich verstehe das nicht.
Bin ich zu beschränkt, das zu begreifen?
Kann es mir jemand erklären?
Da setzen sich Menschen, Menschen die einen freien Tag haben, einen freien Tag den sie eigentlich religiös nutzen sollten/könnten aber bekanntermaßen ja nicht tun, diese Menschen setzen sich mit der ganzen Sippe ins Auto, fahren kilometerweit, stehen stundenlang im dichten Verkehr zwischen Gleichgesinnten, drängeln sich durchs dichteste Gewühl von Menschenmassen des eigenen Bundeslandes sowie Menschenmassen des normalverkehrlicharbeitenden besuchten Landes, Stress Stress Stress, um...ja, um was eigentlich zu tun?
Es gibt keine Sonderangebote,
keine Sonderattraktionen,
kein Sonderprogramm,
kein Empfangskomitee,
kein Begrüßungsgeld,
nichts.
Absolut rein garnichts Attraktives.
Die gleichen Läden wie sonst auch, das gleiche Angebot wie sonst auch, die gleichen Preise wie sonst auch.
Warum also kommen sie nicht an einem x-belibigen anderen Tag, wo es leerer ist bzw bleiben gleich ganz bei sich zu Hause, wo es an jedem anderen Tag die gleichen Läden/Angebote/Preise gibt? Nur halt ohne weite Entfernung, Stau, Wartezeit, Gedrängel und Stress.
Ich versteh es einfach nicht. Völlig irrational.
Aber vielleicht kann es mir ja Jemand erklären.
Oder aber auch nicht.
Und so wird hier in Niedersachsen wohl auch in Zukunft alljährlich der Warnruf durch die Grenz-Dörfer und Städte hallen:
"DIE NORDRHEIN-VANDALEN KOMMEN!"
Drusus
Jaja, die alljährliche Invasion der NRWler und RPler.
Früher hatte das alles sehr wohl einen Sinn, in Zeiten von um 18.00 Uhr schließenden Geschäften und Samstagen, die um 14.00 Uhr zu Ende waren. Da lohnte es sich mal einen Tag gucken zu kommen, was die Hessen so anzubieten haben.
Heutzutage? Hm, vielleicht ist es ja die Gelegenheit mal im ganzen Familienverband einen Tag lang auf Beutezug gehen zu können, und zu Hause gibt's keine Ablenkung, die dazwischen kommen könnte.
Ebeyon
Ja, sowas in der Art: Familiengroßeinkauf beim Aldi als Event.
Mir wär das zuviel Streß, aber ich bin da auch etwas misantrophisch angehaucht
Drusus
Erfahrungsgemäß stürmen die Horden eher Klamottenläden. Der Aldi ist da eher Abfallprodukt, "Wo wir schon mal hier sind".
Ebeyon
Meinst Du im NDS-Takko gibt es andere Klamotten als im NRW-Takko?
Ich glaube, beim nächsten mal nehme ich mir an dem Tag Urlaub, fahre rüber zum Feind und genieße dort ganz alleine und in Ruhe die touristischen Ziele

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Drusus
| Zitat: |
Original von Ebeyon
Meinst Du im NDS-Takko gibt es andere Klamotten als im NRW-Takko?
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Kann ich Dir nicht sagen, da ich mein Lebtag noch nicht in so einem Laden war. Andererseits gibt's bei uns tatsächlich noch normale Läden.
| Zitat: |
Ich glaube, beim nächsten mal nehme ich mir an dem Tag Urlaub, fahre rüber zum Feind und genieße dort ganz alleine und in Ruhe die touristischen Ziele
. |
Wohl kaum, die sind auch überlaufen ...
Ebeyon
| Zitat: |
| Früher hatte das alles sehr wohl einen Sinn, |
Stimmt, ich erinnere mich noch an Zeiten und Aussagen: "Samstags vormittags gibt's keine Kurse, da sind die Ausbilder mit ihren Frauen einkaufen."
Als junger Mensch reagierte man da damals mit völligem Unverständnis.
Und in heutiger Zeit sowieso.
Aber das war ja auch noch "früher", wo die alten Herren Männer unter der Woche nach der Arbeit nach Hause kamen und sich mit der Zeitung in den Sessel setzten um ihren wohlverdienten Feierabend zu genießen. Und das Essen pünklich auf dem Tisch stand.
Die Frau hatte weder Auto noch Führerschein und so fuhr der Mann die Frau samstags morgens zum Supermarkt, damit sie dort ihre hausfräulichen Einkaufspflichten erfüllen konnte während Mister Geldverdiener bei Kaffee und Bildzeitung entspannte und sein Wochenende genoß.
Schöne heile Welt.
Eva Hermann Göring würde sich wahrscheinlich freuen.
Drusus
Würdest Du im Einzelhandel arbeiten, dann würdest Du Dir diese Zeiten sicher zurück wünschen. Bis Samstags 22.00 Uhr an der Kasse stehen müssen finde ich nicht sonderlich erstrebenswert.
Ebeyon
| Zitat: |
| Bis Samstags 22.00 Uhr an der Kasse stehen müssen finde ich nicht sonderlich erstrebenswert. |
Einzelschicksale.
Opfer, die im Kapitalismus erbracht werden müssen, damit es
allen besser geht.
*Hüstel Hust Würg Kotz*
Baddah
Vielleich kann ich als RLPler, der nah an Hessen wohnt, eine Erklärung liefern:
Ich gehöre zwar zu der seltenen Spezies, die Feiertage durchaus so verbringen, wie das ursprünglich mal gedacht war (weswegen ich mir auch gestern beim stundenlangen Auf-dem-Friedhof-stehen eine Erkältung geholt habe), aber es gibt einfach Familien, in denen sich an normalen Wochentagen (und teilweise auch an Samstagen) wegen unterschiedlichen und langen Arbeitszeiten nicht die Gelegenheit findet, mal eben mit der ganzen Familie einkaufen zu gehen.
Bei uns war das zu Lebzeiten von meinem Dad zum Beispiel der Fall, also war Allerheiligen immer ein doppelter Feiertag, weil wir nachmittags die Gelegenheit hatten, nach der Kirche nach Limburg zu fahren und da ein bisschen Zeit miteinander zu verbringen.
Auf wieviele RLPler diese Erkläreung zutrifft, weiß ich leider nicht, aber zumindest bei uns war das immer so.
Jens_85
Also ich gehe ja davon aus, dass der "Donnerstag-frei" Fraktion einfach mal den Freitag für sich gestrichen hat und zum Hannover Flughafen ist, um ein paar schöne Tage in Italien oder so zu verbringen
Ja, warum fahren sie nicht nach Frankfurt Hahn werden sich manche Fragen aber wenige Eingeweihte wissen: das ist völlig verstopft von den Raversbeurener Pendlern, die in Dublin oder Valencia arbeiten...
Gyphon
Für mich ist dieser Feiertag ein Tag des gedenkens.
Ich besuche die Messfeier und gehe anschliesend auf den Friedhof meine Großeltern besuchen.
Ich habe zwar nur 5 km zu Fahren und bin dann in Hessen.
Aber es würde mir nicht im Traum einfallen einkaufen zu gehen, wenn ich bei meiner Familie zu Kaffe Trinken gehen kann.
Ebeyon
Du bist nun schon der zweite, der von Friedhof redet.
Klär mich bitte auf, was hat Friedhof mit Allerheiligen zu tun?
Katholischer Feiertag - ja
Messen - ja
Gedenken an die Heiligen - ja
Friedhof - ???
Bitte nicht falsch verstehen, ich wurde selbst seinerzeit katholisch getauft, aber der Zusammenhang Friedhofsbesuch/Allerheiligen erschließt sich mir nicht.
Baddah
Ich könnte mir auch nicht vorstellen, Allerheiligen nicht in der Kirche und auf dem Friedhof zu verbringen. Und zwar nicht aus irgendeinem Pflichtgefühl, sondern weil das ein Teil meines christlichen Glaubens ist, den ich durchaus schätze.
Nun ist es halt so, dass man als Kind froh ist, seinen Vater auch mal an zwei Tagen in der Woche zu sehen, statt nur Sonntags und da dieser ein ausgesprochener Shopping-Freund war, aber wegen seiner Arbeitszeiten nie dazu kam, war Allerheiligen eben eine nette Gelegenheit, mal einen Einkaufsnachmittag zusammen zu verbringen. Das heißt aber im Gegenzug nicht, dass in unserer Familie die christlichen Hintergründe wegen Einkaufens vernachlässtigt wurden.
Mittlerweile hat sich das bei uns ja eh erledigt und ich habe den gestrigen Tag damit verbracht, in die Kirche und anschließend auf den Friedhof zu gehen und danach gemütlich mit den mir verbliebenen Verwandten Kaffe zu trinken.
Und Allerheiligen hat insofern was mit dem Friedhof zu tun, als dass es ein Fest ist, an dem man den Verstorbenen gedenkt. Eben aller Heiligen... Damit sind in dem Fall nicht nur die offiziellen Heiligen gemeint, sondern alle Verstorbenen, denen dem christlichen Glauben nach nach dem Tod das Heil zuteil wird, was sie wiederum zu Heiligen macht. Nach der Kirche gibt es in der Regel eine Prozession zum Friedhof, wo man noch an den Gräbern betet und wo diese gesegnet werden.
Nazir ibn Yussuf
Wir schließen also daraus: Die Sachsen, insbesondere die niederen, arbeiten so wenig (die echten Sachsen sind ja eh arbeitslos), dass sie freie Familieneinkaufstage nicht brauchen. Sie sitzen eh jeden Tag spätestens um 5 alle Mann zuhause.
Ebeyon
| Zitat: |
| Und Allerheiligen hat insofern was mit dem Friedhof zu tun, als dass es ein Fest ist, an dem man den Verstorbenen gedenkt. Eben aller Heiligen... Damit sind in dem Fall nicht nur die offiziellen Heiligen gemeint, sondern alle Verstorbenen, denen dem christlichen Glauben nach nach dem Tod das Heil zuteil wird, was sie wiederum zu Heiligen macht. Nach der Kirche gibt es in der Regel eine Prozession zum Friedhof, wo man noch an den Gräbern betet und wo diese gesegnet werden. |
Okay, das war jetzt neu für mich, ist hier bei uns wohl unüblich.
Da geht es halt um das Gedenken der Heiligen, die zwar auch tot sind, aber die man halt nicht persönlich kannte. Und auf dem Friedhof liegen halt nur die, die man persönlich kannte, die aber (naja, je nach Definition) nicht heilig sind.
Ebeyon
| Zitat: |
| Wir schließen also daraus: Die Sachsen, insbesondere die niederen, arbeiten so wenig, dass sie freie Familieneinkaufstage nicht brauchen. Sie sitzen eh jeden Tag spätestens um 5 alle Mann zuhause. |
Das hat nix mit
wenig arbeiten zu tun, sondern mit
zügig arbeiten.