Das Kino hat wieder einen Publikumsmagneten. Schon im Vorspann von "Avatar – Aufbruch nach Pandora" deutet die Werbung darauf hin, dass 2010 3D massiv kommt. Eventuell wird durch die Technik auch das Mitfilmen und damit die unkontrollierte Verbreitung vor DVD-Verkaufsbeginn erschwert.
Der Film ist sehenswert. James Cameron erzählt die klassische Geschichte von Habgier und dem Widerstand dagegen. Die Figurenentwicklung überrascht nicht.
Allerdings sind nicht nur die Bildwelten beeindruckend, auch die Handlung spinnt gekonnt aktuelle Themen ein. Wohin führt die unheilvolle Allianz von Kapital und Militär? Zu einer grauen Welt, deren parasitäre Kräfte jedes Wunder der Schöpfung niedertrampeln und aushöhlen. Das Werk ist präzise ausgearbeitet und wurde mit dem einen oder anderen selbstreferenziellen Augenzwinkern gewürzt.
El Vespertilio
Oha. Wie entgegen das meiner Meinung läuft. Ich fand den Film furchtbar eindimensional, die Charaktere austauschbar und klischeehaft bis zum dahinaus und die Planetenbewohner derart überidealisiert und indianer/hippiesk das ich nicht ganz sicher wahr in welchen Popkornbeutel ich zuerst breche.
Die Spezialeffekte jedoch waren natürlich großartig. Aber das macht noch keinen Film.
Vandrad
Zitat:
Original von El Vespertilio
Die Spezialeffekte jedoch waren natürlich großartig. Aber das macht noch keinen Film.
Aber sie bringen gute Unterhaltung. Und unterhalten habe ich mich, trotz seichter Story, sehr gut in diesem Film. Dafür gehe ich auch ins Kino. Off-Off-Hollywood- und Indie-Filme schaue ich mir ohnehin lieber zuhause oder bei Kumpels an. Da trübt ein grosser Kinosaal die Stimmung.
El Vespertilio
Zitat:
Original von Vandrad
Zitat:
Original von El Vespertilio
Die Spezialeffekte jedoch waren natürlich großartig. Aber das macht noch keinen Film.
Aber sie bringen gute Unterhaltung. Und unterhalten habe ich mich, trotz seichter Story, sehr gut in diesem Film. Dafür gehe ich auch ins Kino. Off-Off-Hollywood- und Indie-Filme schaue ich mir ohnehin lieber zuhause oder bei Kumpels an. Da trübt ein grosser Kinosaal die Stimmung.
Stimmt wohl, allerdings fieber ich ganz gerne bei ner rasanten Fahrt mit. IMAX Kulissenkino fand ich nie so geil. Naja, ist ja nimmer lang bis "Sherlock Holmes".
Rodorigo
Avatar fand ich gute Unterhaltung, auch wenn natürlich die Geschichte eher was für einfache Geister ist. Aber ein ProtoMech mit Kampfmesser: Jau!
Die Vorschau zu Sherlock Holmes hat Fremdscham in mir geregt.
Sineijdan ar Asjawell
Wie kann man denn die Youtube-Videos so schön in einen Beitrag einbinden?
Xemides
Ich war bei Avater hin und weg von den Bildern, die eher einfache Geschichte störte mich da überhaupt nicht.
Ich bereue den Kinppreis nicht und empfinde den Film als großartig.
Rukus
Die Bilder sind technisch natürlich schon sehr beeindruckend und wären in 3D (als Brillenträger wollte ich mir das nicht geben, zumal nochmal deutlich teurer) sicher noch herausstechender. Auch waren hin und wieder nette Features drin. Der Mechfight wäre ein Beispiel. Dem steht aber entgegen, dass der Film vor Stereotypen strotzt und ich permanent ein "das kenn ich doch schon irgendwoher" Gefühl hatte. Die Story ist mehr als flach und ebenso wie die Motive und Stilmittel teilweise eher altbacken und ausgelutsch. Alles in allem war es ein Film, bei dem man sehr schön alles voraussehen konnte, wenn man ein paar typische Hollywoodstreifen gesehn hat. Wieso Cameron da soviel Zeit gebraucht hat, lässt sich höchstens mit der Technik erklären, denn das Drehbuch war extrem schwach. Vom Matrix-Style-"Plug-In" bis zur Flugshow ala Dinotopia war alles mögliche drin. Und die Aussage des Films war nun auch nicht gerade neu. "Beutet die Natur nicht aus, sonst ist das am Ende ganz ganz doll schlimm." *hust*
Dass 3D problematisch für Raubkopierer ist, halte ich für unwahrscheinlich. Die Filme werden auch weiterhin (und zumindest bei Avatar auch häufiger) klassisch gezeigt. So eine 3D-Offensive gab es schonmal und sie ist gescheitert. Und spätestens dann, wenn die Filme auf DVD oder BlueRay rauskommen, lassen sie sich 1:1 kopieren. Zudem kann sich nicht jedes Kino 3D leisten und die Zuschauer haben auch eine finanzielle Schmerzgrenze. Wir werden sehn, wies weiter geht.
Von den ganzen Trailern haben mich irgendwie nur zwei richtig angesprochen. Einerseits "Percy Jackson - Diebe im Olymp" (mal sehn, was die da so alles mit der griechischen Mythologie anstellen - ich kenn die Bücher nicht) und andererseits "13 Semester". Beide allerdings eher wegen der Story denn der Bilder. Für mich ist ein Film gut, wenn Story und Charaktere stimmen. Sinnfreie Effektfeuerwerke gehen mir hingegen eher auf den Zeiger, wenn da nix hinter steckt.
Selvirion
Von der Technik war ich begeistert. Der Preis an der Kinokasse ließ mich zwar schlucken (11,90 €), aber für so einen teuren Publikusmagneten langt das Kino am Sonntag nach Weihanchten halt hin...
Die Story und die Charaktere haben mich nicht vom Hocker gehaut. Aber das erwarte ich mir bei einem solchen Film auch nicht. Das auch in Zukunft so vorgegangen wird wie von dem Auftraggeberkonzern (?) im Film halte ich nicht für sooo unwahrscheinlih, leider.
Ein wenig Schmunzeln mußte ich über das Vorgehen beim abschließenden Angriff auf den Baum: in 150 Jahren fliegen wir zu fremden Planeten um diese zu kolonialisieren und um ein wichtiges Objekt per Luftangriff zu treffen fliegen Transportflieger drüber und schmeißen Palettenweise Daisy Cutter drauf. Hat man da noch so große Restbestände aus dem volretzten Jahrhundert. Nebenbei bemerkt ist eine einzige Daisy Cutter über 3m lang und misst ca. 1,5 m im Durchmesser. Da mußte ich an DSA denken: zu viele Anleihen aus der echten Welt führen halt öfters zu Unstimmigkeiten und ähnlichem. "Wir schmeißen massig Bomben drauf!" hätte es auch getan.
Selvirion
Zitat:
Original von Rukus
(als Brillenträger wollte ich mir das nicht geben, zumal nochmal deutlich teurer)
Ging auch als Brillenträger. Die Brille konnte problemlos auf meine eigene "draufgesetzt" werden. Allerdings brannten mir die Augen nachher ziemlich. Das Problem hatten allerdings auch Nichtbrillenträger.
Rukus
Klar "geht" das, aber ich finde diese Dinger eh ziemlich lästig. Und dann noch bei nem Film, der über zweieinhalb Stunden dauert ... nein danke. Ich muss nicht sehen, wie irgendwelche Splitter auf mich zu fliegen und dafür 3-4 Euro mehr hinblättern.
Yngvar Thuresson
Zitat:
Original von Selvirion
Zitat:
Original von Rukus
(als Brillenträger wollte ich mir das nicht geben, zumal nochmal deutlich teurer)
Ging auch als Brillenträger. Die Brille konnte problemlos auf meine eigene "draufgesetzt" werden. Allerdings brannten mir die Augen nachher ziemlich. Das Problem hatten allerdings auch Nichtbrillenträger.
Bie mir hat das zumindest früher nie wirklich funktioniert, sondern war, wie auch Rukus andeutet, ziemlich unpraktisch. Und irgendwie wollte es deshalb auch mit dem 3D nicht vernünftig klappen. Falscher Winkel oder Augenabstand vielleicht?
Xemides
Zitat:
Original von Rukus
Klar "geht" das, aber ich finde diese Dinger eh ziemlich lästig. Und dann noch bei nem Film, der über zweieinhalb Stunden dauert ... nein danke. Ich muss nicht sehen, wie irgendwelche Splitter auf mich zu fliegen und dafür 3-4 Euro mehr hinblättern.
Es waren ja nicht nur Splitter, die auf einem zuflogen, das ist ja das Schöne. Cameron schaffte es, die 3D-Technik zu nutzen, ohne solche Effekte zu hauf zu benutzen.
Seien die Flüge auf den Dinovögeln, die Besprechung in der Armee oder die Samen des Seelenbaumes, alles beeindruckende 3D-Szenen.
Ich werde mit bestimmt mehr 3D-Filme ansehen, wenn ich es zeitlich schaffe.
Probleme mit der Brille hatte ich keine, weder während des Filmes noch danach ein Brennen in den Augen.
Und die Brillen hier sind glücklicherweise komplett aus Kunststoff, so dass man sie wiederverwenden kann.
El Vespertilio
Zitat:
Original von Rodorigo
Avatar fand ich gute Unterhaltung, auch wenn natürlich die Geschichte eher was für einfache Geister ist. Aber ein ProtoMech mit Kampfmesser: Jau!
Die Vorschau zu Sherlock Holmes hat Fremdscham in mir geregt.
Wieso Fremdschämung, wenn ich fragen darf? Aber Geschmäcker sollen ja bekanntlich verschieden sein. Ich habs dafür nicht so mit Kampfrobotern die mit Messern wedeln.
Rodorigo
Ich fand die Sprüche saublöd. Saublöd im Sinne von bemüht und nicht witzig. In den ersten paar Sekunden dachte ich noch "Da kann man was draus machen", aber nach der Vorschau war ich abgeschreckt.
El Vespertilio
Zitat:
Original von Rodorigo
Ich fand die Sprüche saublöd. Saublöd im Sinne von bemüht und nicht witzig. In den ersten paar Sekunden dachte ich noch "Da kann man was draus machen", aber nach der Vorschau war ich abgeschreckt.
Ok, ich kenn nur die englischen Trailer. Und die Kritiken bisher klingen sehr zufriedenstellend. Außerdem kann ich mir eg derlei bei Guy R. nur schwer vorstellen.
Drusus
So, nach dem unerwarteten Desaster an der Kinokasse fiel die 3D Vorstellung ins Wasser und es mußte spontan auf die ebenfalls proppenvolle 2D Vorstellung ausgewichen werden. Meine Güte, so voll hab ich das Kino das letzte Mal bei der HdR Premiere gesehen!
Über die originelle *hüstel* Handlung wurde sich ja schon ausreichend beschwert, "Pocahontas in Space "fasst es wohl in einem Satz zusammen. Macht aber nix, wegen mir hätten sie den Plot gleich ganz weglassen können und einen Dokumentarfilm draus machen können. Denn der Hauptdarsteller ist eindeutig der Mond Pandora. Endlich mal SF wie ich sie schon immer sehen wollte: eine völlig neue und fremde Welt, mit exotischer Flora und Fauna, und einer intelligenten Spezies, die nicht wie Schauspieler mit Masken aussehen. Und auch die menschliche Technik mit dem endgeilen interstellaren Raumschiff, den Raumfähren, Mechs und futuristischen Helikoptern sah schon hammermäßig aus. So will ich Science-Fiction in Zukunft sehen und keine Latex-Kameraden und Pappkulissen wie in Stardreck!
Und demnächst werde ich auch mal einen Platz in der 3D Vorführung ergattern.
Drusus
Zitat:
Original von Selvirion
Ein wenig Schmunzeln mußte ich über das Vorgehen beim abschließenden Angriff auf den Baum: in 150 Jahren fliegen wir zu fremden Planeten um diese zu kolonialisieren und um ein wichtiges Objekt per Luftangriff zu treffen fliegen Transportflieger drüber und schmeißen Palettenweise Daisy Cutter drauf. Hat man da noch so große Restbestände aus dem volretzten Jahrhundert. Nebenbei bemerkt ist eine einzige Daisy Cutter über 3m lang und misst ca. 1,5 m im Durchmesser. Da mußte ich an DSA denken: zu viele Anleihen aus der echten Welt führen halt öfters zu Unstimmigkeiten und ähnlichem. "Wir schmeißen massig Bomben drauf!" hätte es auch getan.
Zum einen war eine Bergbaukolonie mit Schutztruppe und offensichtlich keine Armee für einen interstellaren Krieg mit Kampffliegern, Panzern, Artillerie, Oribitalbombardement und was auch immer man im Jahr 2154 so alles nettes im Arsenal des Marine Corps haben mag. Von daher mußten sie wohl mit lokal vorhandenen Mitteln improvisieren, wenn Verstärkung 6 Jahre in Raum und Zeit entfernt ist.
Zum anderen handelte es sich im Film um große Paletten mit Sprengstoff, nicht eine einzige Bombe mit einem Gel wie die real existierende Daisy Cutter. Deren Wirkung beruht auf einer exakten Zündung in einer bestimmten Höhe über dem Boden, um so die Wirkung der Druckwelle zu optimieren. Es darf bezweifelt werden, daß die improvisierten Paletten einen ähnlichen Effekt gehabt hätten.
Rukus
Ich hab zwar "keine Ahnung", was du mit Stardreck meinen könntest, aber so wahnsinnig revolutionär sind die Na'vi nun auch nicht. Ich musste immer wieder an die Thundercats (Pantro) denken. Und wären sie nicht blau gewesen, sondern in eher "erdigen" Tönen gehalten, hätte ein Vergleich mit Amaunir auch gut hinkommen können. Fehlen halt nur ein wenig Fell und Schnurrhaare.
Nicht, dass sie nicht in die Welt passen, aber sonderlich einfallsreich ist das alles nicht.
Xemides
Zitat:
Original von Rukus
Ich hab zwar "keine Ahnung", was du mit Stardreck meinen könntest, aber so wahnsinnig revolutionär sind die Na'vi nun auch nicht. Ich musste immer wieder an die Thundercats (Pantro) denken. Und wären sie nicht blau gewesen, sondern in eher "erdigen" Tönen gehalten, hätte ein Vergleich mit Amaunir auch gut hinkommen können. Fehlen halt nur ein wenig Fell und Schnurrhaare.
Nicht, dass sie nicht in die Welt passen, aber sonderlich einfallsreich ist das alles nicht.
Tierähnliche Außerdirdische sind tatsächlich keine neue Idee, die Perry Rhdan Serie lebt zum großen Teil davon.
Das revolutionäre an Avatar ist die Tricktechnik. Die wird die Filmlandschaft so zu verändern wie einst 2001 oder Star Trek.
Ich habe Herr der Ringe auch nicht wegen der originellen oder über-
raschenden Handlung gesehen, sondern um zu sehen, wie Jackson die mir bekannten Bücher umgesetzt hat. Das ist im Prinzip bei jeder Literatur-verfilmung nicht anders.
Und um ein anderes Beispiel zu bringen, Star Wars hat nun auch nicht einen originellen Plot oder intelligente Dialoge. Alec Guiness hat sich nicht zu unrecht über die Dialoge beklagt. Aber trotzdem haben die Filme Filmgeschichte geschrieben, eben durch die Special Effects.