Valarian
Hallo liebe Mit-Vinsalter,
meine Wenigkeit plant, im Spätsommer (genaues Datum steht noch nicht fest) den Urlaub als Studienreise nach Japan, schwerpunktmäßig Kultur in Kyoto, zu verbringen. Die Reise wird wohl etwa zwei Wochen dauern und in einer geführten Gruppe stattfinden.
Jetzt meine Frage an Euch: Auch wenn die Reiseführung japanisch spricht und für uns übersetzen wird, wie sieht es mit eigenen Japanisch-Kenntnissen aus? Ist so etwas sinnvoll zu lernen, damit man etwas unabhängiger kommunizieren kann?
Sicherlich ja, andererseits habe ich in meinem persönlichen Umfeld keine japanisch sprechenden Bekanntschaften und auch lese ich sonst kein japanisch. Selbst wenn japanisch für mich eine interessante Sprache ist, muß ich mich doch fragen, ob es daher den Zeitaufwand wert ist, sie zu lernen, nur um anschließend kaum Gelegenheit zu haben, sie auch zu sprechen, ganz im Gegensatz zum Englischen, das bei mir mehr oder weniger täglich gebraucht wird. Ganz davon abgesehen, daß ich bis zum Urlaub ohnehin niemals alles lernen kann...
Die Frage ist also, wieviel und was sollte ich lernen? "Japanisch für Touristen" oder schon etwas mehr, wenn auch nicht gleich die komplette Sprache? Und welche Kenntnisse der Hiragana-, Katakana- und Kanji-Symbole sind empfehlenswert? Wenn ich schon etwas lerne, sollte es ruhig mehr sein als "Guten Tag" und "Tschüß", denn das kann ich auch jetzt schon.
Wie sieht es mit eigenen Erfahrungen aus? Kann mir jemand etwas aus seinem eigenen Fundus berichten?
Sayonara,
Valarian
Gorin
Hallo,
ein paar Floskeln zu lernen ist aus Höflichkeit nett und bis zum Spätsommer auch möglich. Ansonsten glaube ich kaum, dass die Zeit bis dahin reicht, Japanisch weit genug zu lernen, um damit in Japan etwas anfangen zu können. Die Nützlichkeit von Hiragana und Katakana hält sich in Grenzen, wenn man nicht ein gerüttelt Maß Kanji beherrscht und die sind wirklich zeitaufwendig. Da würde ich die Zeit eher in Umgangsformen und eben Phrasen investieren und den Rest dort aus der Situation heraus lernen.
Rukus
Ohaio!
Ich fürchte, du unterschätzt den Aufwand, Japanisch zu lernen ein wenig. Die Schriften zu lernen ist wenig Sinnvoll, weil sie unterschiedliche Verwendungen haben. Dazu kommt, dass Kanji zwei unterschiedliche Leseweisen mit unterschiedlichen Bedeutungen haben. Ein paar Phrasen Spanisch kann man als Deutscher schon recht gut sammeln, aber ich empfehle da einen anderen Ansatz.
Wichtiger als die reine Sprache zu lernen wäre wohl die ganzen Fallen zu vermeiden, die sich im Alltag auftun. Einfaches Übersetzen kann leicht an den unterschiedlichen Höflichkeitsstufen scheitern. In jedem Fall sind Vorstellungs- und Höflichkeitsfloskeln sicher ein guter Anfang. Aber es wird sicher niemand von einem Gaijin erwarten, dass er perfekt Japanisch spricht. Gegen ein nett platziertes Zeichen des guten Willens hat aber auch sicher niemand etwas einzuwenden.
Nebenbei sollte eine gute Reiseleitung auch auf landestypische Fallstricke aufmerksam machen. Nur keinen zu großen Kopf machen und auf die Reise freuen und diese dann genießen.
Poliziano
Nach Hörensagen urteilend, muss ich mich dem anschließen. Jemand meinte, sogar ein studierter Japanologe spreche noch ungefähr so wie ein zehnjähriger Japaner.
Aber die Japaner sollen nette Geschäftsleute sein. Sie warten sieben Jahre lang, bis ein Geschäft ihnen etwas einbringt. Die Chinesen hingegen sollen Abzocker sein.
Valarian
Ja, da habt ihr wohl recht - am besten gar keinen großen Kopf drum machen, zumal ich ohnehin nie wirklich vorhatte, gleich alles zu lernen. Wird auch so schon schiefgehen.
Ich werde mich mal nach einem Werk umsehen, das zumindestens die Zahlen, die Kana für Yen, Mann und Frau nennt. So kann ich immerhin Preise lesen und aufs richtige Klo gehen.
Damit sollte ich wohl gerüstet sein. Yatta!
Was anderes: Ich habe gehört, daß es in Japan bei Bußgeld verboten sein soll, sich in der Öffentlichkeit die Nase zu putzen, ja sogar daß Hochziehen als vornehm gelten soll. Stimmt das?
Und was macht dann ein Japaner, wenn er plötzlich mal draußen sich die Nase putzen muß?
Gorin
| Zitat: |
Original von Valarian
Ich werde mich mal nach einem Werk umsehen, das zumindestens die Zahlen, die Kana für Yen, Mann und Frau nennt. So kann ich immerhin Preise lesen und aufs richtige Klo gehen.
|
http://www.wadoku.de/
| Zitat: |
Original von Valarian
Was anderes: Ich habe gehört, daß es in Japan bei Bußgeld verboten sein soll, sich in der Öffentlichkeit die Nase zu putzen, ja sogar daß Hochziehen als vornehm gelten soll. Stimmt das?
Und was macht dann ein Japaner, wenn er plötzlich mal draußen sich die Nase putzen muß? |
Er zieht sie hoch? Andere Länder, andere Sitten. Sonst könnte man auch gleich mal den Chinesen erklären, nicht mit offenem Mund zu essen ... aber das kapieren ja manche Deutsche auch nicht.
Heinz Heshthot
| Zitat: |
Original von Valarian
Was anderes: Ich habe gehört, daß es in Japan bei Bußgeld verboten sein soll, sich in der Öffentlichkeit die Nase zu putzen, ja sogar daß Hochziehen als vornehm gelten soll. Stimmt das?
Und was macht dann ein Japaner, wenn er plötzlich mal draußen sich die Nase putzen muß? |
Zu Japan weiß ich nichts. Aber in China stimmt das beispielsweise, das Nase putzen eher als unhöflich gilt, besonders beim Essen. Da wird gnadenlos hochgezogen. Das es aber fürs putzen Bußgelder geben würde ist mir aus zumindest aus China unbekannt - In Singapur könnte ich mir das z.B durchaus vorstellen. Da gibt es ja z.B. Bußgelder auf Kaugummikauen in der Öffentlichkeit.
Was Japaner machen wenn sie die Nase putzen weiß ich nicht, aber ich vermute dass das ähnlich wie in China aussehen wird. Die stehen dann über irgendeinen Mülleimer gebeugt und rotzen da rein. Weder schön anzusehen,noch schön anzuhören. Ist aber nun mal so. (Wobei es schon ein Fortschritt ist, wenn sie auch wirklich in den Mülleimer rotzen...

)
Dajin
Ein Japanologe meines Vertrauens meinte dazu, in Japan sich beim Essen die Nase zu putzen ist gesellschaftlich in etwa Vergleichbar wie als wenn man in Deutschland beim Essen einen fahren lassen würde. Sprich: Auch in Japan lässt man das besser.
Valarian
Hat an sich nichts mit dem geplanten Urlaub zu tun - aber da das Thema ohnehin eine asiatische Sprache ist, kann jemand bitte die Schrift auf dieser Tuschezeichnung vom Chinesischen ins Deutsche übersetzen?
Wäre echt nett, wenn das jemand übersetzen könnte.
Sineijdan ar Asjawell
Ich für meinen Teil glaube ja, Japan ist im Kern einfach wie Maraskan.
Rayvan der ehrliche
Das Bußgeld bekommt man in Singapur angehängt, in Japan nur grotten unhöflig
El Vespertilio
Grob gesagt:
Ganz links steht der Name des Künstlers. Die beiden senkrechten Zeilen sind die Namen divereser Pflanzen, eine davon Bambus.
Wofür brauchst du das denn?
Valarian
Pure Neugier. Ich habe das im Schaufenster eines Schreibwarenhandels gesehen und konnte es noch abfotografieren, bevor das Schaufenster umdekoriert wurde. Gefiel mir irgendwie, auch wenn das mit allerhöchster Sicherheit von irgendwo abgemalt worden ist...