Drakensang ohne DSA

Sineijdan ar Asjawell
Im Interview heißt es, Drakensang 3 soll internationaler sein und eventuell ohne DSA auskommen.

http://www.gamestar.de/interviews/231544...t_bigpoint.html

Für mich interessanter: AFdZ habe sich nur mäßig verkauft. Das ist einerseits nach der Mega-Bombe von Drakensang 1 verwunderlich, andererseits muss ich sagen, es hat sich auch schon ein bisschen danach angefühlt. Kaum jemand spricht im Forum darüber, in meinem Bekanntenkreis hat es kaum einer, ich persönlich warte auch noch auf eine Preissenkung.
msojka
Wieso verwunderlich? Drakensang 1 hat sich hierzulande verkauft, weil es als "DSA 4" angesehen wurde. Darauf folgte - zumindest in meinem Bekanntenkreis - die große Enttäuschung, denn es war ein handwerklich ordentlicher Computer-Rollenspiel, aber sicher kein "echter" DSA-Spiel. Folgerichtig hat sich nur eine einzige Person Drakensang 2 gekauft ... der Rest hat es lieber sein gelassen.
Selvirion
Nun ehrlich gesagt bin ich höchst glücklich, dass man die Regeln nicht 1:1 umgesetzt hat. Das wäre mMn so nicht praktikabel für ein Computerspiel.

Objektiv betrachtet muss ich sagen, dass die Drakesang I + II für mich zwar jeweils ein gutes Spiel war, aber den Genrereferenzen doch noch ein bißchen hinterherhinkt. Ganz ohne DSA-(Hintergrund) hätte ich's mir nicht gekauft.
Kirgam
AFdZ habe ich mir deswegen gekauft weil mein PC zu schwach auf der Brust dafür ist, sonst hätte ich es mir wohl gekauft.

Ich denke wenn Drakensang 3 ohne Lizenz kommt, wird das in Deutschland noch weniger Käufer ziehen.
Horatin
Hmmm ich fand die Storie von AFdZ langweilig. Aber was will man auch machen wenn man eine Geschichte in den Hintergrund der Welt friemelt in die Zeit wo nix passiert ist.
Rondrian von Falde
Zitat:
Original von Horatin
Hmmm ich fand die Storie von AFdZ langweilig. Aber was will man auch machen wenn man eine Geschichte in den Hintergrund der Welt friemelt in die Zeit wo nix passiert ist.

Das kann ich so unterschreiben. AFdZ war handwerklich besser als Drakensang, dafür von der erzählten Geschichte um ein Vielfaches eintöniger.
Davon lebten die ersten drei DSA-Spiele doch!
Cordo
Sehe ich anders. Mir gefiel AFdZ besser, gerade weil man nicht so ein Jahrtausendspekatakel in ein Computerspiel presst, was locker ein High-Fantasy-Hardcoverabenteuer hätte werden können.

AFdZ war spannend und gut in Aventurien verankert. Weiter so! smile

Grüße, Cordo.
Horatin
Komisch ich sehe es exakt anders rum. Gerade das erwarte ich aber von einem Computerspiel. Viele bunte Effekte. Politthriller wie AFdZ spiele ich lieber am Tisch wo ich mehr mit den NSCs interagieren kann als 3 Antwortmöglichkeiten (Neben der Tatsache das AFdZ da zusätzlich auch nicht wirklich flexibel war.... ich erinnere mich das ich als Magierlehrling den Boronanger schänden MUSSTE und nur die Wahl hatte zwischen "Ja, natürlich Meister" und "Ja, aber nur unter Protest")
Fil
Zitat:
Heiko Hubertz, CEO und Gründer von Bigpoint: „Für uns ist der Zukauf von Radon Labs ein bedeutender strategischer Schritt. Radon Labs ist unter der Leitung von Bernd Beyreuther und André Blechschmidt eines der Top-3-Entwicklerstudios in Deutschland“, so Hubertz, „wir freuen uns dieses Studio aus der Insolvenz retten und einen Großteil der überaus qualifizierten Mitarbeiter für uns gewinnen zu können. Diese Übernahme zeigt, dass sich der Markt weiter konsolidiert


Die Gerüchte verdichten sich, dass Drakensang zu einer Marke ohne DSA-Inhalt werden könnte. Alveran.org berichtet, dass Radon Labs als Studio in die Insolvenz geht und nicht, wie angekündigt, von B. unterhalten wird. "Drakensang" soll als Logo für ein Online-Spiel herhalten, dass voraussichtlich keine DSA-Inhalte enthalten wird.
Das wird sicher Kunden irritieren, für die Drakensang mittlerweile zu einem Begriff im Verbund mit DSA-Inhalten geworden ist. Man darf gespannt sein, wie eigenwillig die Interpretation von B. ausfällt. Der Browserspiel-Anbieter, der sich Anfang des Jahres rühmte 100 Mio. Spieler zu erreichen, ist nicht gerade für hochwertige Inhalte bekannt.
Studiosus
Neuesten Meldungen zufolge hat der "Drakensang"-Entwickler Radon Labs Insolvenz angemeldet, die Rechte sind an "BigPoint" übertragen worden, diese Firma besitzt aber keine DSA-Lizenz.

Das Drakensang:AFdZ Add-On "Phileassons Geheimnis" wird noch erscheinen, danach steht die Zukunft von Drakensang in den Sternen. Worst Case wäre der Fall, wenn Drakensang: Online ohne DSA-Bezug erscheint. (Dann hätte DSA einem Konkurrenzprodukt zu einem passablen Start unter der eigenen Marke verholfen).

1.) Wie seht ihr das? 2.) Wie seht ihr die Zukunft der DSA-Computerprodukte? 3.) Wie kann es sein, daß ein Entwickler, der 2 erfolgreiche Spiele unter dem DSA-Label auf den Markt bringt Pleite macht (andere Faktoren? DSA nicht zugkräftig genug? Übernommen bei der Umsetzung?)
Fil
Zitat:
1.) Wie seht ihr das?

Ich hab das Bild im Kopf, von einem kleinen Restaurant wo man ein paar Mal gut Essen war - irgendwann kommt man hin und sieht, dass mittlerweile ne Fast-Food-Kette übernommen hat und alles auswechseln lässt.

Zitat:
3.) Wie kann es sein, daß ein Entwickler, der 2 erfolgreiche Spiele unter dem DSA-Label auf den Markt bringt Pleite macht (andere Faktoren? DSA nicht zugkräftig genug? Übernommen bei der Umsetzung?)

Ich bedaure, dass Radon mit der Finanzierung auf Grund gelaufen ist. Mittlerweile müssen für Computerspiele Summen aufgebracht werden, die ein mittelständisches Unternehmen nicht allein stemmen kann. Man muss schon optimistisch gewesen sein, wenn das Studio tatsächlich in die Vorfinanzierung gegangen sein sollte.
Pleiten, Pech und Pannen ist, abseits von Crytek, anscheinend das Motto der deutschen Entwickler. Schade.

Zitat:
2.) Wie seht ihr die Zukunft der DSA-Computerprodukte?

Der Vorhang fällt. Mag sein, dass jemand den Verkauferfolg von Drakensang im Hinterkopf behalten hat und mal wieder ein Interessent auftaucht, aber derzeit sehe ich da erstmal (wieder) Dunkelheit.
Publishern genügt Zugkraft im deutschen Sprachraum nicht und international hat DSA nunmal keine Bedeutung, da arbeitet man lieber ohne Lizenz.
Horatin
Zitat:
Original von Philippe
mittelständisches Unternehmen


Uiii dann hab ich aber einer andere Definition von Mittelstand als du. Sagen wir so das sind mit ihren um die 50 Hanseln eher Kleinunternehmen. Mittelstand ist zB ein Maschinen und Anlagenbauer mit bis zu 5000 Mitarbeitern.
Fil
Gibt ja verschiedene Definitionen. Denke, Unternehmen weit jenseits von 500 Mitarbeitern kokettieren nur mit dem Begriff, um in den Genuß einer Förderung zu kommen, die eigentlich kleineren Unternehmen zu Gute kommen sollte.
Studiosus
Die Entwicklung ist IMHO besorgniserregend. Ich bin nach einer kurzen Nachdenkpause zu folgenden Schlüssen gekommen:

1.) Allgemein: Ein in Deutschland erfolgreiches Spiel reicht nicht aus, um in die Gewinnzone zu kommen, es muß international erfolgreich sein (damit Orientierung nur noch an U.S. und vielleicht U.K.-Standards und -Vorstellungen).

2.) Für DSA: DraSa war DIE Chance DSA wieder in die Medienlandschaft zu bringen und Leute darauf aufmerksam zu machen. Wenn jetzt die Marke "Drakensang" unabhängig von DSA produziert wird gibt es folgende 2 Möglichkeiten: 1.) DraSa wird als reines, unabhängiges Browsergame wahrgenommen. Damit hätte DSA ein Konkurrenzprodukt aus der Taufe gehoben, das den eigenen Markt beackert und Gelder von potentiellen Kunden bindet. 2.) DraSa wird als "irgendwie" mit DSA verknüpft wahrgenommen und DSA als Marke beschädigt/verwässert (weil die Leute das Billig/Gratis-Browserspiel als "Hauptspiel" kennen).

Chromatrix hat ja bereits reagiert und die Zusammenarbeit eingestellt (die gehen wohl von Punkt 1 aus).

Wie kann Ulisses darauf reagieren? Möglichkeit A.) Mit BigPoint über eine Lizenz verhandeln (unwahrscheinlich; BigPoint ist an der DSA-Lizenz nicht wirklich interessiert; wie soll ein "Billig"-DSA funktionieren?).
Möglichkeit B.) Drakensang ab sofort beinhart ignorieren und das Projekt abhaken, auf jede mögliche Abkupferung aus DSA nach Ablauf der Lizenz achten und sofort Rechtsanwälte einschalten.

In beiden Fällen verliert Ulisses. Was vielen hier im Forum noch nicht klar ist: Ich prophezeie, daß dies keine "Randentscheidung" des DSA-Universums ist, sondern den Weg für Jahre hinweg vorauszeichnet. Schafft es Ulisses nicht, im Computerspiel-Segment oder gar Online-Sektor Fuß zu fassen, müssen dringend andere Werbestrategien gewählt werden, um DSA an den Kunden zu bringen (Ansonsten droht Sektendasein der einzelnen Pen&Paper-Runden). Wenn sich Ulisses zurückzieht und Chromatrix sich ebenfalls aufgrund der Konkurrenz durch BigPoint zurückzieht ist das Computersegment für DSA für 5-10 Jahre tot.
Quendan von Silas
Ulisses hat mit dem Computersegment gar nichts zu tun. Das ist Sache von Significant und Chromatrix, dort liegen die Rechte und Lizenzen.
Fil
Aktuelles Interview (buffed.de) mit Bernd Beyreuther über die Bigpoint-Übernahme und Drankensang-Online

Daraus folgende Passage:
[...] Nein, diesmal verzichten wir auf die DSA-Lizenz. Wir haben uns schon bei Am Fluss der Zeit schwer getan, wir sind ständig an Grenzen vom System und der Hintergrundwelt gestoßen. Vor allem, da auf einer Seite die Autoren sitzen, die die Welt schaffen. Die Lizenzinhaber, die die Kohle kassieren, sitzen auf einer anderen Seite. Und das ist fast schon tragisch. Das war ein Problem. [...]

Die Pläne zu Drankensang-Online klingen für mich nach nem Diabolo-Verschnitt. Der Mini-Trailer lässt mich auch daran denken.

Der Gedanke an Answin von Rabenmund als Endgegner in "Am Großen Fluss" ist auch bemerkenswert.
zendijian
Jaa, der Gedanke um Answin ist bemerkenswert: Wir wollten nicht ein wenig Abstimmung betreiben, um Answin da rein zu bringen. Dabei wollten wir doch Answin als Bad Guy, den die Charaktere killen können. Eine andere Möglichkeit ist uns eigentlich nicht eingefallen. Also nehmen wir ne Statue...

Ja, Aventurien ist einengend, aber da muss man kreativ werden. Andere Computerspielfirmen schaffen das doch auch, z.B. Star Wars. So hätte Drakkensang 3 doch locker in den Dunklen Zeiten spielen können.

Naja, irgendwie zeugt das von einer Mentalität a la: "DSA hat uns groß gemacht, zu einer namhaften Marke, aber die brauchen wir nicht mehr." Irgendwie hoffe ich einerseits, dass die damit baden gehen, aber dann gibts 46 Arbeitslose mehr.

Nö, nach den scheiß Kritiken zu Phileassons Geheimnis und spätestens dem hier, weiß ich: Drakensang und ich gehen endgültig getrennte Wege (Folglich spare ich mir den Zwanni für PG) und hoffe das Demonicon doch noch kommt.
Gorin
Zu Demonicon gibt es einen kurzen Absatz in der neuen Gamestar, in dem der Pressesprecher der insolventen TGC sagt, er habe vor, mit neuen Investoren die Arbeiten an Demonicon weiterzuführen. Da seien sie optimistisch. Wobei man das wohl sein sollte, wenn man seinen Laden retten will.
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Die Startseite sieht durchaus ansprechend aus. Es ist noch nicht spielbar, soll allerdings jetzt bald was werden.
Ich tippe auf Diablo-Klon mit Hang zu Micropayment.
Fil
Da der Erfolg/Misserfolg der Drakensang-Reihe hier auch ein Thema war importiere ich an dieser Stelle mal interessante Ausführungen von Dr. Stefan Blanck-

Zitat:
Zitat:
Taugenichts hat geschrieben:
Das wird wohl nie passieren, denn die DSA Computerrollenspiele sind aus finanzieller Sicht alle ausnahmslos gefloppt.


Du solltest nicht allen Behauptungen blind folgen. Insbesondere dann nicht, wenn jemand ein Interesse daran hat, etwas absichtlich schlecht zu reden.

Tatsächlich waren die veröffentlichten DSA-CRPGs für den Publisher immer wirtschaftlich erfolgreich. Lediglich das Addon "Drakensang - Am Fluss der Zeit" brauchte längere Zeit, seine Investition wieder einzuspielen. Die Probleme entstehen vielmehr dann, wenn der Entwickler das zwei- bis dreifache Entwicklungsbudget für einen Nachfolgetitel aufruft.

Zitat:
Der Taugenichts hat geschrieben:
Laut einem Beitrag den ich vor einiger Zeit anläßlich des Niedergangs von Radon Labs (Drakensang) gelesen habe, waren die alten Spiele zu keinem Zeitpunkt auf Platz 1 der deutschen Spielecharts.


Hierzu eine Anekdote. (Hinweis: Anekdoten sind keine Märchen.)

Hat sich jemand schon mal die deutschen Media Control Charts, die von der GfK erhoben werden, genauer angeschaut und sich gefragt, warum es da so eine komische Preisgrenze von Spielen über 28 Euro gibt? Die Grenze soll Vollpreisspiele von Budgetspielen und Zweitvermarktungen abgrenzen. Warum gerade 28 Euro? Warum nicht 30 oder 40 Euro?

Vor der Einführung des Euros betrug diese Grenze (gemäß Umrechnungsfaktor) 55 D-Mark. Wie kam jemand jemals darauf, 55 D-Mark als Grenze anzusetzen?

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere von euch daran, dass Schatten über Riva 1996 bei Topware erschien und dieses Spiel ihr erster wirklich großer Titel als Computerspiel-Publisher war. Die Devise von Topware lautete damals, kein Produkt über 49,95 D-Mark zu veröffentlichen. Das kam einer Kampfansage an sämtliche damaligen Publisher gleich. Flugs wurde unmittelbar vor der Veröffentlichung von Schatten über Riva die oben genannte und noch heute gültige Grenze eingeführt, die es bis dahin nicht gab und überdies bei Spielen unter 55 D-Mark nur Zweivermarktungen gelistet wurden.

Die Folge war, dass Schatten über Riva in gar keinen Charts auftauchte, und somit auch nicht den 1. Platz einnehmen konnte, den es andernfalls eingenommen hätte. Schatten über Riva verkaufte als "Vollpreis"-Spiel mehr als das Doppelte im Vergleich zu Drakensang.