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| Original von Suensir [QUOTE] Die irdische Geschichte zeigt aber auch sehr gut, wie sich Kirchen mit dem Widerstreit mit Menschlichkeit und Alltag geschlagen habe. |
Ja. Sie haben häufig ihre religiösen Regeln ignoriert und getan, was Bedürfnisse nach Macht und Reichtum befriedigt. |
Aber doch nicht nur das. Man hat auch an die menschliche Schwäche Zugeständnisse gemacht oder weil es für alle Beteiligten besser so war (z.B. das Zugeständnis der Muslime, Christen den Zugang zu Jerusalem zu gewähren).
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| Auch der Ablasshandel hat einem vergleichbaren Zweck gedient. Geld machen und erst noch Seelen retten!!! |
s.o. Natürlich kannst Du es so schwarzsehen. Aber man kann es auch milder betrachten, und in einigen Institutionen (wie der Beichte) das Gute und Pragmatische sehen.
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| Ähnliches bei Ketzerverbrennungen. Man schafft lästige Leute beiseite und rettet durch die Verbrennung auch gleich deren Seele. Was will man mehr? |
Fragt sich nur, was das jetzt mit dem Thema zu tun hat. Mir scheint das eher etwas für einen Thread "Kirchenkritik (irdisch)"
Nebenbei: Ketzerverbrennung ist bei den 12-G-Kirchen m.W. nicht strittig, wenn man mal vom Tsa-Kult absieht, wenn ich mich recht entsinne.
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| Ich behaupte nicht, dass mit viel gutem Willen ein verträgliches Nebeneinander möglich ist. Doch es ist etwas unrealistisch von ausreichend gutem Willen auszugehen, wenn man die Aventurischen 12G-Kirchen nicht explizit zum Hort der Gutmenschen erklärt. |
Jeder kann das werten, wie er will. Ich sage lediglich, dass auch die irdischen Kirchen ausreichend Vorbild dafür bieten, wie man Abweichlertum und Verstöße gehandhabt hat, ohne gleich zur Keule zu greifen.
Man muss kein Gutmensch sein, wenn man ein handhabbares Miteinander als hohe Maxime sieht.
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| Und daher nicht sehr plausibel, dass die Unterschiede in den religiösen Ansichten nicht gnadenlos für Machtkämpfe instrumentalisiert werden. Die Kirchen und ihre Mitglieder stehen zueinander in Konkurrenz, was Macht und Geld berifft. |
Du setzt hier einen Allmachtsanspruch voraus, der bei den aventurischen Kirchen nicht gegeben ist. Würde Deine Annahme stimmen, wären alle Regionen mit Polytheismus reine Schlachtfelder. De facto gibt es aber vor allem dann Ärger, wenn monotheistische Religionen mit Alleinanspruch aufeinandertreffen. Das trifft aber auf die 12-Götterkulte nun mal nicht zu. Praios sagt nicht von sich: Ich bin der einzige, der zählt. Die anderen auch nicht. Das allein nimmt schon gehöriges Konfliktpotenzial. Des weiteren gehört es zu den Dogmen aller Kirchen, dass die Zwölfe eins sind (die heiligen und unteilbaren Zwölfe). Nicht elf, nicht sieben und auch nicht vierzehn, und auch nicht, dass drei davon aber besser sind, als die anderen. Der Zwölfkreis ist nur in seiner Gesamtheit stark.
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| Auch der Perainegeweihte weiß, dass ein Mensch nicht 24 h am Tag/ 7 Tage die Woche sein Feld bestellen kann. Muße und Erholung gehören ebenso zu einem göttergefälligen Leben. Es spricht nichts dagegen, das unter Travias Segen zu machen. |
Triviale Aussagen, wie diese, dass ein Mensch nicht ausschlisslich arbeiten kann, sind nicht umstrittenen. |
Mag sein, dass Du das als "trivial" empfindest. Für ich stellt dieser Pragmatismus aber ein Kernelementfür ein einvernehmliches Miteinander dar. Ich frage mich, wo sonst der von Dir konstruierte Konflikt zwischen Peraine- und Rahjakult herrühren soll, wenn beides seinen Platz hat. Schließlich verlangt Rahja nicht von ihren Anhängern, nichts anderes zu tun, als zu feiern.
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| Problematischer wären in diesem Kontext fragen wie: Wieviel Arbeit/Erholungist gut? Wie soll man sich erholen? |
Zuviel ist Z.N. , wenn man sein Tagwerk nicht schafft und die eigene Familie hungert (was beinhaltet, dass ein Bauer in Garetien im Schnitt mehr Mußestunden hat, als einer in Greifenfurt, und ebenso ist es denkbar, dass man in unterschiedlichen Regionen ganz unterschiedlich darüber denkt, was genug ist und was zu wenig). Erlaubt ist alles, was göttergefällig ist, also auch ein Rahjafest. Wieso sollte Peraine etwas gegen Rahjariten haben? Als Göttin der Fruchtbarkeit sollte den Anhängern klar sein, dass Sex für die Fruchtbarkeit eine Grundvoraussetzung ist.
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| Für Rahja spricht auch nichts dagegen, das nicht unter Travias Segen zu machen. Und schon beginnen die Probleme. |
Wo ist hier das Problem? Auch Traviagläubige dürfen Sex haben und haben ihn auch. Sie dürfen nur nicht die Ehe brechen (was nicht heißt, dass sie es nicht auch tun). Rahja wiederum will Lust und Freude verbreiten, nicht den Ehebruch. Das lässt sich gut unter einen Hut bringen. Dass es nicht immer so einvernehmlich geht, ist auch klar (was wäre die Welt ohne Fehltritte), aber kein Grund für einen Krieg zwischen Travia- und Rahjakult.
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| Du gibst Beispiele, wo sich die Ansichten vertragen. Es ist jedoch ebensogut möglich, Gegenbeispiele zu finden. |
Dass die Glaubensdogmen der 12-G-Kulte für Probleme untereinander (und selbst innerhalb der Kulte) sorgen, ist wohl unbestreitbar und unbestritten. Selbstverständlich bringe ich Beispiele, dass die Gegensätze nicht so unbedingt sind, wie von Dir geschildert, um meine Argumentation zu untermauern. Es ist aber auch nicht meine Aufgabe, auch noch X Gegenbeispiele zu bringen.
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| Also guckt man auch mal weg (zumal, wenn die Güterabwägung stimmt) |
Genau das meine ich. Das eigentliche Problem ignorierst du mit dieser Aussage. |
Ich ignoriere hier gar nichts. Ich versuche hingegen, Dich aus Deiner dogmatischen Ecke herauszubekommen. Allerdings ohne Anspruch, dass das auch gelingt. Wenn es Dir mehr zusagt, die Situation zugespitzt zu sehen, ist das Dein gutes Recht.
Mit Güterabwägung ist in dem Fall übrigens gemeint, dass jeder Geweihte für sich entscheiden muss, inwieweit er seine Glaubensdogmen umsetzen kann und will.
Was hätten die 12-G-Kirchen denn davon, wenn sie sich untereinander bekriegten? Der Schaden wäre weit größer, als einen Modus Vivendi zu finden, mit dem alle Leben können und der ihr gemeinsames Supremat auf lange Sicht stützt.
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| Zur Verdeutlichung ein Beispiel aus der irdischen Politik. Problem Arbeitslosengeld. Fast niemand bestreitet, dass einem Arbeitslosen etwas Geld zusteht. Gestritten wird darum wieviel, wie lange und unter welchen Umständen gezahlt wird. Da hilft es wenig zu sagen, dass man einfach den richtigen Betrag richtig lang und unter gerechten Umständen bezahlen muss. |
Ich kann Dir beim besten Willen nicht folgen, was das Beispiel nun mit den potenziellen Auseinandersetzungen der 12-G-Kulte untereinander zu tun hat.
Nebenbei ist Politik ein gutes Beispiel für den Sieg des Pragmatismus über die Ideologie.