Narjuko
Ein Problem, was Aventurien seit der ersten Kreaturenbox - zumindest aus meiner Sicht - begleitet, ist die Armut an kreativen, und dabei doch glaubwürdigen Monstern. Davon bietet die Pokemon-Spielreihe widerum sehr viele. Welche davon könnten glaubhaft nach Aventurien übertragen werden? Zur Klarstellung: es geht nicht um das Fangen, und auch die Entwicklung sowie die meisten Attacken fallen gleich mal raus. Es geht mir um die grundlegenden Monsterkonzepte an sich, die sehr einfallsreich sind. Dazu ein paar Ausschnitte aus den Pokedex-Einträgen von Pokemon der ersten Generation:
Bisaflor (ein Pflanzenpokemon, daß eine Blüte auf seinem Rücken trägt):
Dieses Pokémon folgt dem Lauf der Sonne. Die Pflanze auf seinem Rücken absorbiert das Sonnenlicht und wandelt es in Energie um.
Pummeluff
Sobald es mit seinen großen, runden Augen rollt, fängt es an, ein Lied zu singen und jeder schläft ein.
Digda (lebt unter der Erde)
Seine Haut ist sehr dünn. Wird es Sonnenlicht ausgesetzt, erhitzt sich sein Blut und es wird schwach.
Traumato
Traumato versetzt Gegner in den Schlaf und frisst deren Träume. Von Alpträumen wird ihm aber übel.
Zapdos
Dieses Legendäre Vogel-Pokémon verursacht Gewitterstürme, indem es mit den Flügeln schlägt.
Pokemon birgt eine Unzahl an Ideen für Monster, die so nicht in Aventurien zu finden sind, aber die sich doch gut einfügen ließen. Wenn man es geschickt anstellt, sprengen sie nicht den Rahmen der Glaubwürdigkeit, bieten dafür aber eine Erweiterung abseits der üblichen Riege an Monstern, die eher fad ausfallen.
Feyamius
Gibt es doch schon:
scnr...
Arturion
Ich würde die Meinung vertreten, dass das bester "Monster" in einem anspruchsvollen Rollenspiel zweibeinig ist und in schier unendlichen Variationen auftritt. Alles andere empfinde ich persönlich als albern, Ausnahmen mögen die Regel bestätigen und gegen einen Endkampf mit einem Vampir oder einem Drachen mal alle gefühlte 20 Jahre habe ich nichts auszusetzen, aber sonst.....
Doch jedem bleibt natürlich sein Spielstill unbenommen.
karli
Welches war jetzt das Glaubwürdige?
Rammboeck
Coole Idee eigentlich mit den Pokemon.
Aber ich bin kein besonderer Monster-Freund und schließe mich daher Arturions Stellungnahme an.
Monster sind ja bestenfalls Bewerk zur Ausgestaltung von Überlandkampagnen und (rollenspielevolutionär) archaischer Dungeons.
Jens_85
Dazu brauchts erstmal sinnvolle Monsterkampfregeln. Monster kann man überall (außer im Horasreich, da passen eher übernatürliche Dinge hin) einbauen, von daher bin ich großer Monsterfan und solche Abenteuer im Stil von "Die Bestie von Fairngard" (Sprich: Helden jagen großes böses Monster) sind schon ne super Sache. Menschen hab ich genug in Aventurien.
Aber wie gesagt, bei DSA ist alles auf das Duell zwischen Menschen ausgelegt, was ich sehr schade finde. Schon kleinere Scharmützel sind ein Schmerz im Gesäß, Monsterkampf erst recht (incl. der lächerlichen Werte, nach denen der Mensch eine 250x höhere LE-Dichte hat als ein Drache), da kann man keine Monster bringen, weil das System sie einfach nicht unterstützt.
Andererseits mag ich Monster sehr, sie dürfen nur nicht so inflationär vorkommen wie in manchen D&D Kampagnen wo man quasi von Encounter zu Encounter schnetzelt, manchmal gar ohne Sinn und Verstand zwischen diesen ("Hey, hier passen eigentlich wunderbar ein paar aggressive Frostwölfe hin!"). Ein bis zwei Monster pro Abenteuer sind schonmal ein guter Anfang und bringen ein gewisses fantastisches Element ins Spiel, was ich sehr gut finde. Und nicht alle Monster müssen böse und auf Kampf ausgelegt sein. Ein riesiges Bisaflor, dass sich zum Sterben in eine Höhle zurückziehen wollte und dann feststellte, dass der Eingang zu klein ist, hat es sich halt im Eingang bequem gemacht und will da sterben. Und die Helden müssen es da irgendwie wegbekommen. Leider hat es RS 10, LE 250 und immer noch Regeneration II (es stirbt in 2 Jahren, aber das ist für ein ausgewachsenes Bisaflor praktisch keine Zeit) - da müssen sich die Helden was ausdenken.
Wie jede Begegnung im Abenteuer muss es eben passen und nicht so nach "da hat der Meister mal irgendwie ein Monster einbauen wollen" aussehen. Das kommt immer auf den Kontext an, aber ich denke, ein schickes Monster kann den einen oder anderen NSC gut ersetzen.
Drusus
Anstatt Ausgeburten krankhafter japanischer Hirne hätte ich lieber mehr "reale" Monster, sprich: Viecher aus unserer Urzeit-Fauna oder zumindest daran angelehnt. Dinos & Co liefern eigentlich Vorlagen genug.
Narjuko
Na, das Problem in Aventurien ist natürlich, daß der Kontinent so klein ist, daß mehr Monsterarten tatsächlich überladen wirken würden. Sie sollten auch eine Rarität darstellen, eine Überraschung auch für die Spieler. Ihre Heimstatt kann in Uthuria oder dem Riesland liegen, und die aventurische Population ist nur ein Nebenzweig. Wenn ich jetzt an Uthuria und die geplante Entdeckerkampagne denke, gibt es mit Pokemon eine Fundgrube für Dschungelmonster.
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Original von karli
Welches war jetzt das Glaubwürdige?
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Also so ein Donnervogel wie Zapdos, der bei Gewittern erscheint und Blitze wirft, ist schon für eine coole Sache. Und glaubwürdiger als so manches, was seit Borbarads Rückkehr verbrochen wurde.

Bei Pummeluff kann man streiten, aber wenn es Basilisken gibt, die Menschen mit ihrem Anblick versteinern können, halte ich Gesang, der Menschen zum einschlafen bringt, durchaus für möglich. Klappt ja auch in der Realität.
Narjuko
Haha, also Pokemon ist nun grade nicht daß, was ich in Bezug auf Japan für krankhaft halte. Da gibt es viel krasseres Zeug en masse, während die Taschenmonster ja nicht ohne Grund globalen Appeal haben.
karli
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Original von Narjuko
Also so ein Donnervogel wie Zapdos, der bei Gewittern erscheint und Blitze wirft, ist schon für eine coole Sache. |
Erinnert halt ein bisschen an eine Eule, die Eulen nach Athen verschleppt. Außerdem hat so etwas gleich kosmologische Konsequenzen. Ist der Donnervogel Rondras Spezi und Handlanger oder eine dämonische Kreatur, die ihr den Rang ablaufen soll, oder einfach nur ein bisserl doof?
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| aber wenn es Basilisken gibt, die Menschen mit ihrem Anblick versteinern können, halte ich Gesang, der Menschen zum einschlafen bringt |
Nur weil man einmal die Erfindung eines wirren Griechen übernommen hat, muss man das ja nicht immer tun.
Drusus
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Original von Narjuko
halte ich Gesang, der Menschen zum einschlafen bringt, durchaus für möglich. Klappt ja auch in der Realität. |
Das Monster heißt hier aber "Schlagersänger".
Suensir
Da gibt es zum einen eine grosse Menge an Dämonen. Es steht einem ja auch frei neue Dämonen zu erfinden.
Dämonen sind allerdings böse und daher vermutlich nicht alle was du suchst.
Wenn du derische magische Wesen meinst, hast du recht. Es gibt nicht besonders viele davon: Schneelaurer, Ikanariaschmetterling, Nachtwind (der Vogel),Hippogriff, Borbimücke und ein paar andere sowie die Klassiker Drachen, Einhorn.
Es sind aber doch einige.
Disaster
Ich kenne jemanden, der sich überlegt hatte, einen Shruuf in eine Kugelartefakt zu binden und jedesmal wenn der Name gerufen wird erscheint er (der Shruuf hatte einen individuellen Namen bekommen - Lorenz, wenn ich mich nicht irre).
Selbe Person meint übrigens, dass Sembelquast sich wie der Name eines neuen Pokemon anhört.
Narjuko
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Original von karli
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Erinnert halt ein bisschen an eine Eule, die Eulen nach Athen verschleppt. Außerdem hat so etwas gleich kosmologische Konsequenzen. Ist der Donnervogel Rondras Spezi und Handlanger oder eine dämonische Kreatur, die ihr den Rang ablaufen soll, oder einfach nur ein bisserl doof?
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Hier sprichts du, wie auch Disaster, ein Grundproblem der derischen Monsterwelt an, daß mich mit dazu bewogen hat, bei Pokemon nach Anregungen zu schauen. Entweder du hast Dämonen und Daimonide, oder ein paar gute Kreaturen mit göttlicher Verbindung (Greifen z.B.) und Chimären. Aber die Schöpfung sollte doch vielfältiger sein. Warum nicht Kreaturen, die vielleicht von den Kirchen für sich beansprucht werden, aber doch ganz unabhängig sind. Bei denen von ihre Ausrichtung, ob gut oder böse, nicht immer gleich festgelegt ist.
Bei Pokemon gilt ja, es gibt keine bösen Pokemon, nur böse Trainer. Aber die Anime-Storyline beinhaltet ja auch welche, die von sich aus ein 'grauen' Charakter haben oder eher schon in Richtung Schwarz gehen. Die aventurische Kosmologie zu differenzieren ist ja ein Ziel der derzeitigen Beschreibungen, ich wünsche mir sowas auch bei den Monstern.
Von so mächtigen Pokemon wie Zapdos abgesehen, die auf Dere dann sehr selten sein würden, gibt es dann doch solche wie
Knospi (Im Winter schließt es die Knospe. Im Frühjahr öffnet es die Knospe und gibt Pollen ab)
oder
Hydropi (Die Flosse an HYDROPIs Kopf dient als hochempfindliches Radar. Damit kann es Bewegungen im Wasser und in der Luft wahrnehmen. So weiß es jederzeit, was in seiner Umgebung passiert, ohne dabei seine Augen zu benutzen.)
Kreaturen, die auch in einer low-level Kampagne für etwas mehr Abwechslung oder Lokalkolorit sorgen können.
Tjalgar Faenwulfson
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Hydropi (Die Flosse an HYDROPIs Kopf dient als hochempfindliches Radar. Damit kann es Bewegungen im Wasser und in der Luft wahrnehmen. So weiß es jederzeit, was in seiner Umgebung passiert, ohne dabei seine Augen zu benutzen.)
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Gibt es bei jedem Fisch und nennt sich Seitenlinienorgan.
Ich finde, man sollte bei solchen Geschichten mit Übernahme irgendwelcher Monster aus anderen Filmen, Spielen etc. immer vorsichtig sein. Es mag da gutes Material geben, aber oft wirkt es auch sehr aufgesetzt. Es mag auch daran liegen, dass ich Biologe bin, aber wenn Monster zu abgehoben wirken und völlig unnatürliche Sachen können (Lied singen zum Leute einschläfern), dann stellt sich bei mir irgendwas quer.
Aber wie gesagt, es mag ja jeder den Stil spielen den er mag.
Rondrian von Falde
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Original von Tjalgar Faenwulfson
Es mag auch daran liegen, dass ich Biologe bin, aber wenn Monster zu abgehoben wirken und völlig unnatürliche Sachen können (Lied singen zum Leute einschläfern), dann stellt sich bei mir irgendwas quer. |
Nennt sich Elf und SOMNIGRAVIS.
So etwas wie ein Pokemon in light ist der Ikanaria-Schmetterling. Wäre tatsächlich schön, wenn nicht jede Menge dieser seltsamen Kreaturen (Wurzelbolde, Schneelaurer, Eisigel etc) auf entweder Feen, Dämonoide oder Chimären retrogefittet worden wären. So ist das Besondere eigentlich zum größten Teil ein Einbruch des Phantastischen in eine relativ normale Welt. Wir reden ja nicht von Beholdern oder anderen heftigen Kreaturen.
Rondrian von Falde
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Original von Disaster
Ich kenne jemanden, der sich überlegt hatte, einen Shruuf in eine Kugelartefakt zu binden und jedesmal wenn der Name gerufen wird erscheint er (der Shruuf hatte einen individuellen Namen bekommen - Lorenz, wenn ich mich nicht irre).
Selbe Person meint übrigens, dass Sembelquast sich wie der Name eines neuen Pokemon anhört. |
Kühl!
karli
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Original von Narjuko
Aber die Schöpfung sollte doch vielfältiger sein.
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Aber man muss sich dabei auch in den Kopf eines 12G-Gläubigen Aventuriers versetzen. Was denkt der denn, wenn Rondra u. a. für Gewitter zuständig ist und dann taucht plötzlich ein Gewittervogel auf? Das ist einfach zu spektakulär, um es ignorieren zu können.
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| Hydropi (Die Flosse an HYDROPIs Kopf dient als hochempfindliches Radar ... |
Wie Tjalgar schrieb: Richtige Tiere können solche Dinge. Manchmal würde es einfach ausreichen, in den Kreaturenbeschreibungen deutlicher auf ihre Fähigkeiten hinzuweisen. Dass z. B. ein Bär 8 Meilen entfernte Gerüche aufnimmt, und dass die Information, die er daraus gewinnt, eben nicht nur darin besteht, dass jemand Eier brät, sondern dass er sich ein ziemlich gutes Bild machen kann, wer diort brät und wie's dort aussieht. Find ich beeindruckend und beängstigend - aber das ist natürlich nicht sonderlich phantastisch und das soll's ja auch sein.
Tjalgar Faenwulfson
Letztendlich sind (oder sollten sein) die "Monster" ja nix anderes als Tiere. Und dementsprächend sollten sie sich auch in den natürlichen Kontext einfügen, ihre Fähigkeiten sollten also zu Lebensraum und Lebensweise passen. Warum sollte also ein Tier ein anderes mit Gesang in den Schlaf lullen, ohne dass das Opfer überhaupt sprache versteht? Beim Somnigravis ist das ja ne gezielte magische Wirkung, die ich bei Monstern sprich Tieren nicht so inflationäre benutzen würde.
Versteht mich nicht falsch, ich mag ein magisches Aventurien voller Mysterien etc., aber wie karli schon schrieb, nicht alles was wie Magie auf die Menschen wirkt, muss auch Magie sein. Es gibt jede Menge krasse Fähigkeiten, über die normale Tiere verfügen.
Das merkt z.B. auch mein einer Spieler, der sich als Verwandlungsmagier in nen Falken und nen Säbelzahntiger verwandeln kann. Der Falke kann eben auch UV-Licht sehen und hat noch nen anderen Farbrezeptor mehr, so dass er die Welt in sprichwörtlich ganz anderem Licht sieht. Ganz abgesehen davon, dass er aus hunderten Schritt Entfernung kleinste Details erkennen kann. Dafür riecht er so gut wie nix.
Und der Tiger sieht kaum Farben, dafür kann er gut im Dunklen sehen und hat ein wahnsinns Gehör.
Und wenn man den Spielern solche ungewöhnlichen Feinheiten vermitteln kann, dann brauchts schon gar keiner aufgesetzten magischen Fähigkeiten mehr.