Das Sveltland

Sineijdan ar Asjawell
Meine Damen und Herren: warum kann das Sveltland nicht überzeugen? Warum überblättert man das Sveltland immer, entwickelt nie einen Bezug dazu? An und für sich sind doch gute Grundlagen da, was ist denn da eurer Meinung nach schief gelaufen?
zendijian
Öhm, seid ich zuletzt Deadwood gesehen hab, freu ich mich auch schon darauf, demnächst meine Spieler den (Sternen-) Goldrausch erleben zu lassen.

Ich mags Svellttal gerne (zumindest lieber als weite Teile des Mittelreichs).
Sineijdan ar Asjawell
Der Goldrausch ist tatsächlich eine gute Idee und der Sternenregen hat mir gefallen. Daraus kann man viel machen.
Yngvar Thuresson
Man hat es schlichtweg übertrieben mit dieser "Siedler in der Weite der Wildnis"- und Goldgräberthematik bzw. es in die falsche Richtung gelenkt.
Herausgekommen ist ein unpassendes Westernflair zwischen Saloons und Kopfgeldjägern. In Weiden kann man die Kuhjungen noch problemlos ignorieren, aber macht man das am Svelt, bleibt außer ein paar Orks nicht mehr viel.
Sineijdan ar Asjawell
Stimmt, da hast du Recht.

Ich habe mich außerdem noch mit dem "Menschen und Tyranniden können in Frieden miteinander leben" - Ding immer schwer getan. Aber auch hier verstehe ich meine Abneigung selbst nicht recht. An und für sich ist ein geknechtetes Reich der Menschen doch eine prima Sache? Sind die Orks zu lieb? Sind die Menschen zu dumm? Ist die ganze Anlage des Settings zu stationär? Ich meine, da ist irgendwo noch ein dicker Hund begraben, den man bloß nicht gut sehen kann.
Korgash
Mir gehts echt genauso wie dir! RdrM ist super, aber das Svelltland habe ich einfach überblättert. Die Mischung aus hartem (kanadischem, alaskaeskem?) nordischen Alltag in dichten immergrünen Nadelwäldern mit niedriger Bevölkerungsdichte zusammen mit haufenweise Goldsuchern, Glücksrittern und einer eigentlich barbarischen Besatzungsmacht, die sich selbst erschrocken dabei beobachtet, immer weicher zu werden, birgt sowohl klassische Wildnisabenteuer mit fiesen Schurken, als auch speziell Wild-(Nord-)West-Feeling mit Goldrausch (Wild-West-Feeling hatte ich eigentlich eher zuletzt in Baliho) als auch die Möglichkeit zu Aufständen und Partisanenkampf. Und zwar nicht so dreckig wie in Maraskan, sondern mit Speer und Armbrust und Pelzjacke und Wagenburg. Arrrr

Jetzt wo ich schreibe kriege ich auch Lust drauf. Vielleicht ist das Problem, dass es in den letzten Jahren sehr sehr mau mit guten ABs in der Gegend aussah? Wenn ich richtig im Bilde bin gibt es da an bekannteren das Levthansband und das Vergessene Volk, die wohl beide sehr gut sind, aber jetzt auch schon 11, bzw. 8 Jahre auf dem Buckel haben.

edit: Vielleicht liegts ja wirklich an den Orks? Taugen die nicht als interessante, aber abstoßende Besatzungsmacht wie etwa Haffax auf Maraskan? Gibt es nicht genug Spielhilfe für das spezielle Setting? Können Spieler nicht damit leben, Orks als Herren ansehen zu müssen und nicht als Vieh, das sofort erschlagen werden kann, ohne Konsequenzen mit sich zu bringen?
Ebeyon
Also da ich persönlich keine Stadtabenteuer, keine Adels-/Gesellschaftsabenteuer und mehr oder weniger keine Detektivabenteuer mag, dafür aber umso lieber phantastisches, geheimnisvolles und unentdecktes (außerdem dreckig), habe ich tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, sollte ich jemals wieder eine Spielgruppe starten (vor allem Anfänger), dann sollte es in der Region sein.
Denn dort kann man eigentlich fast alles einbauen. Ständig präsente Feinde, allerlei Monster-Viehzeugs, verlassene/niedergebrannte Ruinen, Schwarzmagiertürme, Höhlensysteme, Elfen, Zwerge, Feentore...
Lauter feine Sachen zum (wieder)entdecken. Alles kann man in diese Region reinbiegen.
Und kaum/keine starke menschliche militärische Führungsmacht. Also werden für jeden Schiß Helden gebraucht.

Die Region entspricht noch am ehesten dem, womit ich mal vorstellungsmäßig angefangen habe.
Als es noch kein beschriebenes Aventurien gab.
Als es noch keine Schnupftuch-, Zorro-, Sindbad-, Samurai-, Pirat-, Ägypten-, Indiana Jones-, Tarzan- Settings gab.
Sondern nur dreckige schmutzige Heldenaufträge in einer mittelalterlichähnlichen Welt mit Magie und Fantasiewesen.
El Vespertilio
Das Svelltal ist an für sich gar nicht so schlecht. Es bedient einen recht "anachronistischen" Fantasygedanken. Einen wilden Westen (Nordosten) am Rande des Mittelalters, in dem die Siedler verloren haben, diverse Mächtegruppen sich auf unterschiedlichen Ebene einmischen, aber die für den Laien typischen Fantasybilder (Elfen, Zwerge, Orks, Drachen, finstere Götter, Kultisten, Magier...) nicht zu kurz kommen.

Aber: es passt nicht in die Aventurische Nachbarschaft. Es ist ein noch größerer Fremdkörper als es das Horasreich mal war. Das stört. Als Welt/Universum für sich genommen wäre es wohl sehr gut. Cowboys und Aliens halt.
Yngvar Thuresson
Zitat:
Original von El Vespertilio
Das Svelltal ist an für sich gar nicht so schlecht. Es bedient einen recht "anachronistischen" Fantasygedanken. Einen wilden Westen (Nordosten) am Rande des Mittelalters, in dem die Siedler verloren haben, diverse Mächtegruppen sich auf unterschiedlichen Ebene einmischen, aber die für den Laien typischen Fantasybilder (Elfen, Zwerge, Orks, Drachen, finstere Götter, Kultisten, Magier...) nicht zu kurz kommen.

Aber: es passt nicht in die Aventurische Nachbarschaft. Es ist ein noch größerer Fremdkörper als es das Horasreich mal war. Das stört. Als Welt/Universum für sich genommen wäre es wohl sehr gut. Cowboys und Aliens halt.

Genauso schaut es aus.
Ebeyon
Ich kenne mich jetzt nicht so genau aus.
In wie weit entspricht es denn tatsächlich einem Cowboy-Setting? Rinderzüchter und Goldsucher? Und sonst?

Wild West hätte ja nun relativ wenig mit Fantasy zu tun. Ist es denn dort so?
El Vespertilio
Zitat:
Original von Ebeyon
Ich kenne mich jetzt nicht so genau aus.
In wie weit entspricht es denn tatsächlich einem Cowboy-Setting? Rinderzüchter und Goldsucher? Und sonst?

Wild West hätte ja nun relativ wenig mit Fantasy zu tun. Ist es denn dort so?


Deadwood und Co werden explizit als Inspiration genannt. Gesetzlose überall, Siedlerromantik, Blockhäuser, Goldrausch, Rinderbarone, Saloons, ein "König von Kalifornien", Kopfgeldjäger, eine "fremde" Stammeskultur, endlose dichte Wälder, Trapper und Jäger...

Ich will jetzt nicht weiter radulisieren, aber der Fokus liegt mMn schon sehr in Richtung "Wilder Westen".
Sineijdan ar Asjawell
Zitat:
Original von El Vespertilio
Ich will jetzt nicht weiter radulisieren, aber der Fokus liegt mMn schon sehr in Richtung "Wilder Westen".

Ja, absolut. Lustig, den King of California habe ich gar nicht als solchen erkannt.
El Vespertilio
Zitat:
Original von Sineijdan ar Asjawell
Zitat:
Original von El Vespertilio
Ich will jetzt nicht weiter radulisieren, aber der Fokus liegt mMn schon sehr in Richtung "Wilder Westen".

Ja, absolut. Lustig, den King of California habe ich gar nicht als solchen erkannt.


Hätte ich auch nicht, aber ich war vor Jahren ein paar Tage in Frankreich verschollen und mein einziger deutschsprachiger Begleiter war aus unerfindlichen Gründen das gar nicht so spannende Buch...
Sineijdan ar Asjawell
Vielleicht könnte man das Sveltland aufwerten, indem man seine Stärken extrapoliert. D.h. indem man ganz bewusst weiterhin auf Politik, Veränderung und Mittelreichanbindung (die geradezu grell auffallend fehlt) verzichtet und ganz hart auf Karl May setzt: Trapperhelden- und Trapperheldengruppengeschichten. So, und jetzt habe ich auch wieder Bock aufs Sveltland bekommen. smile

Sind die Puritaner als Sveltländer Dualisten jetzt eigentlich cool oder behämmert? Ich bin mir da nie sicher. Die extreme Abkupferung hat mich glaube ich etwas gestört, auch ganz besonders die Bilder.
Yngvar Thuresson
Zitat:
Original von Sineijdan ar Asjawell
Sind die Puritaner als Sveltländer Dualisten jetzt eigentlich cool oder behämmert?

Weder noch nach meinem Empfinden. Das Spiel und besonders die Interaktion mit ihnen sind schlichtweg langweilig, da sich ihre Besonderheit als Spaßbremsen innerhalb kürzester Zeit abnutzt und dann nur noch milde nervt. Mag aber auch an der Penetranz des SLs gelegen haben. Augenzwinkern
El Vespertilio
Zitat:
Original von Yngvar Thuresson
Zitat:
Original von Sineijdan ar Asjawell
Sind die Puritaner als Sveltländer Dualisten jetzt eigentlich cool oder behämmert?

Weder noch nach meinem Empfinden. Das Spiel und besonders die Interaktion mit ihnen sind schlichtweg langweilig, da sich ihre Besonderheit als Spaßbremsen innerhalb kürzester Zeit abnutzt und dann nur noch milde nervt. Mag aber auch an der Penetranz des SLs gelegen haben. Augenzwinkern


Eher behämmert. Um ihnen genug Format zu geben muss man den Spaßbremsenfaktor betonen. Und so werden sie sehr schnell sehr nervig, spaßbremsig oder wirken einfach albern. Ansonsten haben sie in der direkten Anwendung nichts, was nicht jeder erzkonservative Bauerntrampel auch am Start hätte...
Selbst für nen Borongeweihten dürfte es schnell langweilig werden.
Klüngel
Zitat:
Original von Sineijdan ar Asjawell
Meine Damen und Herren: warum kann das Sveltland nicht überzeugen? Warum überblättert man das Sveltland immer, entwickelt nie einen Bezug dazu? An und für sich sind doch gute Grundlagen da, was ist denn da eurer Meinung nach schief gelaufen?


spontan hab ich durchaus Lust im alten Sveltbund zu spielen, mit all seinen Eigenarten, verschiedenen Städten, dem Siedlerflair, den Sveltpiraten etc.

Am orkisch besetzten Svelttal kann ich dagegen nichts finden. Ich finde die Region ist seit dem Orkensturm auch ziemlich aus den Blickfeld des aventurischen Boten gerückt.


Nachtrag: vlt. liegt es wirklich daran das ich mir Orks im wilden Mittelalterwesten nur schwer vorstellen kann.
Graf Hardimund
Zitat:
Original von El Vespertilio
Aber: es passt nicht in die Aventurische Nachbarschaft. Es ist ein noch größerer Fremdkörper als es das Horasreich mal war. Das stört. Als Welt/Universum für sich genommen wäre es wohl sehr gut. Cowboys und Aliens halt.


Warum zum Namenlosen passt es nicht nach Aventurien? Es ist doch so, wie eigentlich ganz Aventurien mal war: Ein paar Städte für Sozialabenteuer, Berge für die Dungeons und dazwischen jede Menge Wildnis, wo man von der "zivilisierten" Nachbarschaftt nichts merkt und 2W6 Orks, Goblins Räubern, Elfen, Händlern und beliebigen Monstern begegnen kann.

Und anders als beim Horasreich stört seine (heutige) Einzigartigkeit auch nicht, weil es weder so angelegt ist, dass es den Rest der Welt eigentlich in die Tasche stecken müsste, noch aufgrund seiner Rückständigkeit von mächtigen NAchbarn einfach so eingesackt werden müsste.

Gruß
Graf Hardimund
El Vespertilio
Zitat:
Original von Graf Hardimund
Zitat:
Original von El Vespertilio
Aber: es passt nicht in die Aventurische Nachbarschaft. Es ist ein noch größerer Fremdkörper als es das Horasreich mal war. Das stört. Als Welt/Universum für sich genommen wäre es wohl sehr gut. Cowboys und Aliens halt.


Warum zum Namenlosen passt es nicht nach Aventurien? Es ist doch so, wie eigentlich ganz Aventurien mal war: Ein paar Städte für Sozialabenteuer, Berge für die Dungeons und dazwischen jede Menge Wildnis, wo man von der "zivilisierten" Nachbarschaftt nichts merkt und 2W6 Orks, Goblins Räubern, Elfen, Händlern und beliebigen Monstern begegnen kann.

Und anders als beim Horasreich stört seine (heutige) Einzigartigkeit auch nicht, weil es weder so angelegt ist, dass es den Rest der Welt eigentlich in die Tasche stecken müsste, noch aufgrund seiner Rückständigkeit von mächtigen NAchbarn einfach so eingesackt werden müsste.

Gruß
Graf Hardimund


Ich hab nie gesagt, das es nicht nach Aventurien passt. Es passt nur nicht in seine Nachbarschaft bestehend aus Old School Rittern, Wikingern, Eisbären und pelzigen Mongolen. Aber gleiches denke ich von dem Minenkonsortium und der Fremdenlegion zu Uhdenberg. Das Design aber an finde ich super.
Graf Hardimund
Zitat:
Original von El Vespertilio
Ich hab nie gesagt, das es nicht nach Aventurien passt. Es passt nur nicht in seine Nachbarschaft bestehend aus Old School Rittern, Wikingern, Eisbären und pelzigen Mongolen. Aber gleiches denke ich von dem Minenkonsortium und der Fremdenlegion zu Uhdenberg. Das Design aber an finde ich super.


Ach so. Aber auch das sehe ich nicht so eng.

Der Svelltsche Bund hat(te) auch was von der Hanse, nun ist ein perlziger Mongolensturm drüber weggegangen. Das Wildwest-Flair ist da für mich nur ein Aspekt von mehreren, die man mal so, mal so gewichten kann.

Für mich ein gelungenes Beispiel, wo DSA nicht einfach nur _ein_ historisches Setting abkupfert, sondern mehrere mischt und ausreichend verfremdet, so dass was eigenes draus wird.