Alternatives Mittelreich

Irian
Ich habe hier ein paar alte Texte zu einem alternativen Mittelreich auf der Festplatte herumspuken, die ich wahrscheinlich nicht mehr fertig stellen werde.

Ausgangspunkt hierfür waren einige Beiträge auf Bewusstseinsströme inklusive der zugehörigen Diskussion, bei denen ich einen alternativen Geschichtsverlauf ohne Kaiser-Reto-Paradoxon schaffen wollte, und wie sich das Mittelreich von hier aus "konsequent" hätte weiterentwickeln können.

Vor allem aber sollte ein Mittelreich geschaffen werden, das sich besser für politische Kampagnen eignet als das offizielle, d.h. ein Mittelreich in dem es mehrere mächtige Parteien gibt und nicht nur Jast Gorsam vom Großen Fluss und die Kaiserin. Dazu gehörte z.B., dass sich Albernia nicht abspaltet und Selindian sich nicht zum Gegenkaiser ausruft.

Aufgrund von Elwins Kommentaren zum ersten Blog-Eintrag kam dann noch die Änderung hinzu, dass nicht der Kaiser sondern der König gewählt wird.

Ich habe alle existierenden Beiträge und Fragmente Stück für Stück hier eingestellt:

1. Bosparans Fall

2. Kein Kaiser mehr in Aventurien

3. Wahlkönigtum

4. Was von der Reichsgrundreform übrig blieb ...

5. Kaiser-Reto-Paradoxon DIE, DIE, DIE!!!

6. Maraskan bleibt unabhängig!

7. Königin Selinde

8. Der Abfall Araniens

9. Tod Selindes und Orksturm

10. Die Figuren werden in Position gebracht

11. Big B und der Weidlether Vertrag

12. Dritte Dämonenschlacht

13. Letzte Fragmente

Mehr existiert leider nicht. Diskussionen (oder auch Ergänzungen) sind ausdrücklich erwünscht!
Irian
[…] Nach dem Fall Bosparans beschlossen die siegreichen Aufständischen, dass die Titel des Kaisers und des Boten des Lichts nie mehr in ein und derselben Person vereinigt werden sollten. Aufgrund der religiösen Bedeutung des Kaisertitels und um zu gewährleisten, dass auch der Segen der Götter auf dem Kaiser läge, wurde bestimmt, dass allein der Bote des Lichts das Recht haben solle, einen Kaiser zu krönen. Solange ein Herrscher des Neuen Reiches nicht vom Boten des Lichts gesalbt würde, sollte dieser als König über das Reich herrschen.

Das Heer der Aufständischen kürte noch auf den Trümmern Bosparans ihren Heerführer Raul den Großen zum ersten König des Neuen Reiches und der neu erwählte Bote des Lichts Yarum Praiofold salbte Raul schließlich nach einer zeremoniellen Bewährungszeit von einem Monat zum ersten Kaiser.
Irian
[…] Nach der Unabhängigkeit des Lieblichen Feldes und der Krönung Khadan Firdayons zum König von Yaquiria im Jahr 752 sowie dem Abfall von Bornland, Maraskan und der Khôm in den darauf folgenden Jahren, verzichtete König Bodar I. nach dem Tode Eslams IV. und „langen gemeinsamen Gebeten mit dem Boten des Lichts“ darauf, diesen zu bitten ihn zum Kaiser zu salben – wie auch alle Könige nach ihm.
Irian
[…] Nach dem Sturz der königlichen Geschwister Bardo und Cella im Jahr 975 übernahmen die Landesfürsten die Macht im Neuen Reich und beschlossen in Anlehnung an die Wahl Retos, den König künftig auf Lebenszeit wählen zu lassen. Nie wieder sollten die Extravaganzen selbstherrlicher Herrscher das Mittelreich an den Rand des Ruins bringen. Zu Kurfürsten erklärten sich gemeinsam die Fürsten von Albernia, Almada, Darpatien, Garetien und Kosch sowie die Herzöge von Nordmarken, Tobrien und Weiden – das Fürstentum Aranien blieb unberücksichtigt.

Als erster König wurde der Initiator des Aufstandes und neue Fürst Garetiens, Reto von Gareth, in Amt und Würden gewählt. Die faktische Macht verblieb jedoch größtenteils bei den Fürsten und Herzögen, so dass Reto mehr als jeder andere König vor ihm um Unterstützung und Loyalität des Adels ringen musste. Aus diesem Grunde hielt Reto nur selten Hof in Gareth, sondern bereiste sein Reich fortwährend um die Unterstützung der Landesfürsten einzuwerben.
Irian
Retos Kanzler Answin von Rabenmund gelang es, im Adel Unterstützung für des Königs Pläne zu finden, die Grafschaften Warunk und Beilunk aus dem Herzogtum Tobrien herauszulösen und zu Markgrafschaften zu erheben. Dafür musste Reto allerdings die Herrschaft über die Grafschaft Greifenfurt aufgeben, die ebenfalls zur Markgrafschaft wurde. Weitergehende Zugeständnisse konnten dem Adel jedoch zunächst nicht abgerungen werden.

Als jedoch ein Jahr später die almadanische Fürstin Solivai von Harmamund verstarb gelang es dem Kanzler überraschend durchzusetzen, dass Reto als Nachkomme der Almadaner Dynastie zum neuen Fürsten von Almada gekrönt wurde – allerdings unter Verzicht auf das Kürrecht für Almada.
Irian
Nachdem Retos erste Gemahlin Damaris bei der Geburt von Retos Tochter Selinde zusammen mit Selindes Zwillingsbruder Hal gestorben war, heiratete Reto im Jahr 983 schließlich aus politischen Gründen erneut, und zwar die erst 16 Jahre alte al'anfaner Grandentochter Alara Paligan. Aus dieser Beziehung ging ein Sohn, Brin, hervor. Während Retos Erbin Selinde vor allem den geistigen Künsten zugeneigt war, entwickelte Brin sich ganz nach dem Bild seines kriegerischen Vaters. Reto verfügte deshalb, dass Brin nach seinem Tode zumindest die Fürstenwürde von Almada erhalten sollte.
Irian
Im Jahr 987 einigten sich König Reto, der ehemalige König Maraskans Harlijin (der Vater von Retos verstorbener Ehefrau Damaris) und dessen Adoptivsohn König Frumold II. nach zähen Verhandlungen darauf, dass das Haus Gareth - genauer Damaris Nachkommen - gegen jährliche Tributzahlungen in Form von Endurium alle Ansprüche auf die Königswürde von Maraskan aufgeben und die Adoption Frumolds durch Harlijin als rechtmäßig anerkennen würde.
Irian
Als Reto schließlich 993 BF starb, wählten die Landesfürsten die politisch vergleichsweise schwache Selinde von Gareth zur neuen Königin, da die mächtigeren Häuser nicht genügend Stimmen einwerben konnten. Zudem erhoffte man sich wohl, durch Heirat Einfluss auf die als leicht manipulierbar geltende Selinde zu gewinnen.

Die Königin heiratete jedoch nie. Dafür wurde ihr Halbbruder Brin von Gareth während ihrer Regierungszeit mit Prinzessin Emer Ni Bennain von Albernia vermählt, um so Albernia enger an das Haus Gareth zu binden. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor, die Zwillinge Rohaja und Yppolita (geboren 1008 ) sowie der nach Brins Halbgeschwistern benannte Selindian Hal (1011).
Irian
Kurz nach der Wahl Selindes, bei der Fürstin Sybia von Aranien erneut kein Wahlrecht zugestanden worden war, erklärte Aranien sich für vom Neuen Reich unabhängig. Eine politisch unklug agierende Königin Selinde vermochte die Landesfürsten nicht zu einem Feldzug gegen Aranien zu einen. Daraufhin kam es nur zu kleineren Scharmützeln mit Aranien, während derer sich allerdings wiederum das Großfürstentum Khunchom von Aranien lossagte.

Während der Regierungszeit Selindes wurde die nordmärkische Grafschaft Windhag zur Markgrafschaft unter Admiral Rateral Sanin XII. erhoben.
Korgash
Die Ideen sind ja soweit ganz gut, aber welchen Sinn haben sie? Im Endeffekt bleibt die Welt die gleiche, die Mächtigen sind die gleichen, die politischen Outcomes ebenso. Willst du damit einfach nur die Geschichtsschreibung auf ein logischeres Fundament stellen oder soll das ganze einen Mehrwert für das Spielgeschehen bringen?
Radul Aljett
Ideengrube
Adrian
"zeremonielle Bewährungszeit"? - das halte ich für erläuterungsbedürftig.

Ansonsten bringt die ganze Sache zusätzlichen Sprengstoff in Geschichte, was ich gut finde...
Adrian
"nach langem Gebet" - das soll die Begründung bleiben?; Sollen alle darüber spekulieren warum? Ist die offizielle Geschichte "göttliche Inspiration? Das ist (zumindest für mich) ziemlich unbefriedigend.
Adrian
Und hier fehlt jetzt der Aufschrei der Praioskirche. Solche demokratische Einflüsse sind ja geradezu der Nagel im Sarg des Reiches!
Radul Aljett
Zitat:
Original von Adrian
Und hier fehlt jetzt der Aufschrei der Praioskirche. Solche demokratische Einflüsse sind ja geradezu der Nagel im Sarg des Reiches!
Was soll denn daran demokratisch sein?
Kaiser und Könige wurden vom Adel oft gewählt, HRRDN z.b.
Adrian
damit leitet sich aber noch nicht ab, wer später König wird, oder? Das könnte theoretisch ja jeder Hans Wurst werden, der die Unterstützung der Mehrheit der Fürsten für sich gewinnen kann. Die Einsetzung Brins als Erben positioniert diesen nur für die kommenden Konflikte besser.
Adrian
Das spiegelt meines Erachtens nicht die Möglichkeiten der Insel wieder. Ein so schwaches Mittelreich hätte den Abfall Maraskans nicht verhindern können. Die Enduriumlieferungen hingegen gehen ja zu einem gewissen Teil an die Kirchen, die diese neuen Tribute (oder sind es die alten, die weitergezahlt werden sollen...?) wohl nicht so gerne sehen würden. Bei dieser Lösung sind die Beziehungen zum Festland ganz andere... - hier herrscht noch Verbesserungsbedarf. (Ich weiß ja nicht, aber du könntest ja mal Karli fragen. Der kennt sich naturgemäß mit der Thematik am besten aus)
Adrian
Jupp - man wählt absichtlich schwache Herrscher. Oben argumentieren die Fürsten mit dem Wohl des Reiches und nun ist alles vergessen und jeder will ein möglichst dickes Stück vom Kuchen abhaben. Deine Fürstentümer scheinen einen anderen Ansatz von Herrschaft zu haben als viele des "offiziellen" Aventurien... - die Gründe hierfür müssten erleutert werden.
Adrian
Kurz: Warum?
Adrian
Diesen Mehrwert sehe ich auch noch nicht so ganz. Es ist aber ein schönes Exempel, wie die Effekte von Zeitreisen sich selbst reparieren könnten. Wenn unsere Helden demnächst in die dunklen Zeiten reisen, könnten sich Abläufe in eben dieser Weise selbst gerade biegen (ohne weitere Zeitreisende...).