Norman Mauder
Nachdem ich die Beschreibung gelesen hatte, dass es sich um ein Rollenspiel ohne echtes Ziel handele, bei dem man einfach machen kann was man will, und in diversen Kritiken stand, dass das Spiel nach einiger Zeit unglaubliche Tiefe zeigen würde, hab ich's mir halt einfach bei Steam gekauft und heruntergeladen ... 15 Euronen kann ich für so 'nen Versuch verschmerzen.
Und tatsächlich ... nach ein bißchen Testspielen hab ich mich irgendwie an die guten alten Zeiten mit Sid Meiers Pirates! zurückversetzt gefühlt ... nur dass man statt Schiffen Pferde unterm Hintern hat ... und man wesentlich mehr Handlungsoptionen besitzt. War auch nur eine erste Assoziation ... eigentlich hat es mit Pirates nicht viel gemein
Begeistert hat mich das Gefühl des Reitens in eine Schlacht. Ich hab bisher noch kein Spiel erlebt, bei dem Reiterkampf so gut umgesetzt ist. Auch die Kämpfe mit mittelalterlichen Waffen sind sehr gut ausbalanciert und wirken 'realistisch', so wie es mein altes hybrides Simulationisten-Gamisten-Herz begehrt (Ich spiel natürlich trotzdem so, dass ich nur 1/4 Schaden bekomme, sonst ist der Spaß einfach zu schnell vorbei
).Inzwischen hat mein Held die Stufe 30 erreicht, nennt eine Stadt, zwei Burgen und zwei Dörfer sein eigen (okay, es sind nur Lehen, aber meine), und ich bin stark damit beschäftigt mich der Reiterhorden des Khans aus der Steppe und der Mamluken des Sultans zu erwehren ... letzterer hätte gerne seine Stadt wieder, in der ich sitze ... aber nix da!
Das Diplomatie-/Dialogsystem ist sehr ausgefeilt. Zu nahezu jeder Person, vom Tavernenwirt, über den Gildenmeister der Stadt bis zu allen Lords und schließlich den Herrschern hat man ein regeltechnisch festgehaltenes Verhältnis (Relation), die NPC untereinander pflegen Freund- und Feindschaften, buhlen um die Gunst der Ladies und/oder die ihres Lehnsherren (damit verbunden natürlich Lehen!) und kommen sich darüber in die Wolle. (Mein Held selbst ist bereits verheiratet ... nach dem Auswendiglernen und Vortragen einiger Gedichte, sowie der Widmung zweier Turniersiege für die Angebetete hat Lady Timethi JA gesagt ... gegen den Willen ihres Bruders, der uns jetzt stinkig ist.)
Seit Warband gibt es auch einen Multiplayer-Modus, in dem man zwar leider nicht gemeinsam in die beschriebene Welt eintauchen kann, aber man kann sich in Schlachten mit bis zu 64 Spielern gleichzeitig die Ömme mit Axt und Schwert einhauen ... vorzugsweise zu Pferde
Offizielle Seite des Herstellers TaleWorlds
M&B Warband in der Strategy Wiki
*hinsetz*